Chiemsee

Chiemsee

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 15.26, S. 387.

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Leihgeber: Universitätsbibliothek Innsbruck (Tirol), 254.622
Chiemsee

© Foto Frischauf, Innsbruck


1644
Matthäus Merian: Topographia Bavariae
Kupferstich, 81 x 175 mm
Inschrift oben Mitte: "Chiemsee."
Photoreproduktion

Das Bistum Chiemsee ist das jüngste unter den Bistümern auf dem Boden Alt-Tirols. Erzbischof Eberhard II. von Salzburg, der die wesentlichen Voraussetzungen für die Entstehung des weltlichen Territoriums der Salzburger Kirchenfürsten geschaffen hat, gründete drei bischofseigene Bistümer, nämlich Seckau, Lavant und Chiemsee, wofür er 1213 die weltliche und 1215 die kirchliche Bestätigung erhielt.
Im Jahr 1218 wurden rechtliche Stellung und Amtsgewalt des Bischofs von Chiemsee festgelegt: Der jeweilige Oberhirte sollte Generalvikar und Weihbischof des Salzburgers sein. – Als Amtssitz wurde Herrenwörth (Herrenchiemsee) bestimmt und die dortige Stiftskirche der Augustiner-Chorherren 1216 zur Kathedrale erhoben. Im Jahr 1305 verlegte man die Residenz des Bischofs in die Stadt Salzburg. Das Bistum, das bis Tirol hinein reichte und das Brixen- und Leukental, Sölland und das Pillerseegebiet umfaßte, wurde 1807 aufgelöst.


Meinrad Pizzinini


Literatur: Fridolin Dörrer, Der Wandel der Diözesaneinteilung Tirols und Vorarlbergs, in: Beiträge zur Geschichte Tirols (Innsbruck 1971), S. 146f. – Lexikon für Theologie und Kirche 2, 1051-1053.