Trient

Trient

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 15.15, S. 383.

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Leihgeber: Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Wien), Hs. W 231/9
Trient

© Fotostudio Otto, Wien


1563
Andrea Valvasor, Venedig
Matthias Burgklechner: Der Tiroler Adler (Beilage)
Holzschnitt, altkoloriert, 780 x 747 mm

Trient war auf dem Boden des römischen Municipiums Tridentum entstanden, dessen alte regelmäßige Anlage auch auf der Ansicht von 1563 zu erkennen ist. Das beherrschende Gebäude ist der romanische Dom mit dem nördlich angebauten Palazzo Pretorio mit der Torre Civica. Weiter östlich liegt das Castello dei Buonconsiglio, das damalige Fürstbischöfliche Schloß. Bereits seit dem 4. Jahrhundert war Trient Zentrum eines Bistums. Als erster Bischof wird Jovinus genannt. Bischof Vigilius entwickelte gegen Ende des 4. Jahrhunderts eine besondere missionarische Tätigkeit. Das Bistum umfaßte das Etschtal von der Meraner Gegend südwärts bis Ala, Nons- und Sulzberg und Judikarien.
Einen wichtigen Einschnitt in der Entwicklung der Stadt brachte das Jahr 1004, als König Heinrich dem Bischof die Grafschaft Trient verlieh. Im Jahr 1027 bestätigte Kaiser Konrad II. diese Schenkung und erweiterte sie um die Grafschaften Bozen und Vinschgau. Damit war das geistliche Fürstentum (Hochstift) im Verband des Heiligen Römischen Reiches begründet. Ähnlich dem Fürstentum Brixen wurde es immer wieder von seinen Vögten bedrängt.


Meinrad Pizzinini


Literatur: Fridolin Dörrer, Der Wandel der Diözesaneinteilung Tirols und Vorarlbergs, in: Beiträge zur Geschichte Tirols (Innsbruck 1971), S. 141-145. – Josef Gelmi, Kirchengeschichte Tirols (Bozen-Innsbruck 1986), S. 18-21.