Grabplatte der Herren von Tschengels

Grabplatte der Herren von Tschengels

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 6.89, S. 235.

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Leihgeber: Kirche St. Johann (Prad, Südtirol)
Grabplatte der Herren von Tschengels

© Kirche St. Johann Prad (Südtirol)


2. Hälfte 14. Jahrhundert
Weißer Marmor, 260 x 111 cm
Abguß
Wappen der Herren von Tschengels in Flachrelief mit Helmzier und Minuskelinschrift
Die Grabplatte hängt heute an der Nordwand der Kirche St. Johann in Prad (Vinschgau), der Grablege des Geschlechtes.

Die 1421 ausgestorbenen Herren von Tschengels (Erstnennung 1193 Februar 5), deren Sitz die Burg Tschengelsberg im Vinschgau war, gehörten ursprünglich zur Ministerialität der Bischöfe von Chur. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts waren sie aber tirolisch-görzische Dienstmannen. Ab 1271 führten sie durchgehend den Beinamen "Freier" ("Liber" oder "Libertinus") als Bestandteil ihres Namens, der wohl als Standesbezeichnung eines freien, in den Adelsstand aufgestiegenen Geschlechtes zu verstehen ist. Üblicherweise bezeichnete der Ausdruck "Freie" die freie, bäuerliche Schicht.


Julia Hörmann


Literatur: Oswald Trapp, unter Mitarbeit von Magdalena Hörmann-Weingartner Tiroler Burgenbuch. Bd. 1: Vinschgau (Innsbruck/Wien/München 1972), S. 137-142. – Martin Bitschnau, Burg und Adel in Tirol zwischen 1050 und 1300. Grundlagen zu ihrer (= Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse 403, Wien 1983), Nr. 152. – Weingartner, Josef: Die Kunstdenkmäler Südtirols 2: Bozen und Umgebung, Unterland, Burggrafenamt, Vinschgau (Bozen/Innsbruck/Wien 7. Aufl. 1991), S. 872.