Radsporenpaar

Radsporenpaar

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 6.73, S. 232.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Landesdenkmalamt Bozen (Südtirol)
Radsporenpaar

© Landesdenkmalamt Bozen


2. Hälfte 14. Jahrhundert
Bronze vergoldet, Sporn A: 7,2 x 9,6 cm, Länge 17 cm, Sporn B: 6,3 x 10 cm, Länge 16,5 cm, leicht verbogen
Sand in Taufers, Pfarrkirche

Dieses Radsporenpaar hervorragender Qualität kam 1994 bei Grabungen im Südschiff der Pfarrkirche von Sand in Taufers zutage, als eine gemauerte, doppelstöckige Gruft (Grab 1) angeschnitten wurde, die älter ist als der heutige spätgotische Kirchenbau. Die vorliegenden Sporen sind wesentlich schwerer als diejenigen aus der Gruft in Kundl. Die Bügel sind ungewöhnlich kräftig ausgebildet; sie biegen asymmetrisch zu den Doppelösen für die Verriemung ab und sind im Querschnitt fast dreieckig. Das Schnallenwerk ist ausgezeichnet erhalten. Am Fersenteil kommen keine Befestigungshaken vor. Aufgrund von Formvergleichen beispielsweise mit den leichteren Radsporen aus der Ruine Erpfenstein kann man die Stücke wohl in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts. datieren.


Stefan Demetz


Literatur: Jürg Ewald, Jürg Tauber, Die Burgruine Scheidegg bei Geltenkirchen (= Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Olten-Freiburg 1975), S. 64f., Nr. 40-41. – Harald Stadler, Der Erpfenstein bei Erpfendorf, Gemeinde Kirchdorf Tirol. Eine mittelalterliche Anlage im Leukental, in: Nearchos 2 (Innsbruck 1994), S. 110, Nr. F15-16, 18-19, Taf. 28.