Siegel der Königin Elisabeth

Siegel der Königin Elisabeth

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 5.7, S. 172.

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Leihgeber: Oberösterreichisches Landesarchiv (Linz, Oberösterreich), Bergmeisteramt Hallstatt, 2
Siegel der Königin Elisabeth

© Photographie Nik Fleischmann, Linz


Wachs, Durchmesser 90 mm, anhangend an einer Originalurkunde von 1311, Jänner 21, Bruck im Aargau
Siegelumschrift: ELIZABETH . DEI . GRACIA . ROMANORUM . REGINA

Königin Elisabeth, die Witwe des römisch-deutschen Königs Albrecht I., verleiht den Bürgern von Hallstatt die Rechte der Bürger, die die anderen oberösterreichischen Städte innehaben, sowie 12 genannten Bürgern das Recht des Salzsiedens und die dazugehörende Vergütung.
Das Siegel zeigt Elisabeth als "romanorum regina" mit einem Lorbeerkranz auf dem Haupt und dem Reichsapfel in der rechten Hand, Symbole, die ihren königlichen Stand unterstreichen. Elisabeth, die älteste Tochter Meinhards II., 1274 im Alter von 12 Jahren dem Sohn König Rudolfs von Habsburg angetraut, spielte in der österreichischen Geschichte des ausgehenden 13., und 14. Jahrhunderts eine nicht unbedeutende Rolle. Nach der Ermordung Albrechts 1308 übernahm sie die Führung der habsburgischen Politik, bis sie sich in das von ihr an der Todesstätte ihres Mannes gegründete Kloster Königsfelden im Aargau zurückzog, wo sie 1313 starb.
Anhand von Elisabeths Lebensgeschichte lassen sich gut einige Aspekte der Rolle aufzeigen, die den Frauen der damaligen Gesellschaft zugewiesen wurde. Sie war die älteste Tochter Meinhards II. und Elisabeths von Wittelsbach, der Witwe König Konrads IV., und somit die "Stiefschwester" Konradins, des letzten Hohenstaufen. Durch ihre Ehe mit Albrecht, dem sie 21 Kinder gebar, wurde sie zur Stammutter aller späteren Habsburger.


Giuseppe Albertoni


Literatur: Druck: Urkunden-Buch des Landes ob der Enns, Band 5 (Wien 1868), S. 39f., Nr.41. Literatur: Gottfried Edmund Friess, Königin Elisabeth von Görz-Tirol. Die Stammutter des Hauses Habsburg-Lothringen. In: Festgabe des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich (Wien 1890), S. 109-168. – Die Siegel der deutschen Kaiser und Könige. Hrsg. von Otto Posse, Bde. 1 und 5 (Dreseden 1909, 1913), Taf. 45, Taf. 35. – Sole und Salz. Historische Streiflichter.Katalog zur Ausstellung in Bad Ischl 1987 (Bad Ischl 1987), Kat. Nr. 01.02. – Storia delle donne. Il medioevo. Hrsg. von Christine Klapisch-Zuber (Roma-Bari 1990).