Königin Elisabeth, Gräfin von Tirol-Görz

Königin Elisabeth, Gräfin von Tirol-Görz

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 5.6, S. 172.

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Leihgeber: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol (Dorf Tirol, Südtirol)
Königin Elisabeth, Gräfin von Tirol-Görz

© Foto Tappeiner, Lana


19. Jahrhundert
Joseph Anton Zimmermann
Kupferstich, 265 x 200 mm

Elisabeth von Wittelsbach, eine Tochter des Bayernherzogs Otto II., wurde 1246 mit dem letzten Stauferkönig Konrad IV. verehelicht. Als dieser bereits 1254 starb, war dessen einziger Sohn und Erbe Konradin noch ein Kind. Elisabeth verlebte ihre Witwenjahre in ihrer bayerischen Heimat bis sie 1259 dem nicht-standesgemäßen und fast 10 Jahre jüngeren Grafen Meinhard II. von Tirol-Görz ihre Hand reichte. In einigen nach ihrer Vermählung für Tiroler Empfänger ausgestellten Urkunden nannte sich Elisabeth weiterhin "Königin". Von seiten der Witwe und ihrer wittelsbachischen Verwandten dürfte mit dieser Heirat die Absicht auf eine standesgemäße Versorgung verbunden gewesen sein. Zu dem bei seinen bayerischen Verwandten aufwachsenden Konradin unterhielt Elisabeth nach 1259 offenbar keine engeren Kontakte. Mit besonderem Nachdruck setzte sich die Fürstin an der Seite ihres Gemahles für die Gründung des Zisterzienserstiftes Stams ein, doch läßt sich die seit der Barockzeit bezeugte Legende, daß Stams eine von Elisabeth intendierte Gedächtnisstiftung für Konradin gewesen sei, in der mittelalterlichen Tradition nicht nachweisen. Elisabeth starb 1273 und liegt in der landesfürstlichen Grablege in Stams begraben.


Josef Riedmann


Literatur: Karl Hampe, Geschichte Konradins von Hohenstaufen (Nachdruck der Auflage 1894, Leipzig 1940), S. 21f. – Werner Köfler, Zur "staufischen" Tradition des Stiftes Stams, in: Tiroler Heimat 35 (1971). – Hans Rall, Marga Rall: Die Wittelsbacher in Lebensbildern (Graz-Wien 1986), S. 36.