Schwert König Albrechts I.

Schwert König Albrechts I.

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 4.23, S. .

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Leihgeber: Historisches Museum der Pfalz, Speyer (Deutschland), Leihgabe des Domkapitels Speyer, D 529
Schwert König Albrechts I.

© Historisches Museum der Pfalz, Speyer


Vor 1308
Eisen, Länge 92 cm, Länge Klinge 76,2 cm, Griff 14,3 cm
1900 im Grab König Albrechts I. im Dom von Speyer gefunden

Das Schwert besteht aus Eisen. Der Griff schließt mit einem achteckigen Knauf. Der Parierknebel ist gebogen. Die lange Klinge weist eine Rille auf und ist spitz ausgeschmiedet.
Albrecht, der älteste Sohn König Rudolfs I. von Habsburg und durch seine Gemahlin Elisabeth von Tirol Schwiegersohn Meinhards II., bestieg nach seinem Sieg bei Göllheim 1298 über König Adolf von Nassau an dessen Stelle den deutschen Königsthron. Seine anfänglich freundschaftlichen Beziehungen zu seinen Schwagern, den Söhnen Meinhards II., v. a. zu Heinrich, verschlechterten sich, als Albrecht sein Interesse an Krain, das die Meinhardiner nur als Pfandschaft innehatten, bekundete. Gänzlich zum Bruch kam es, als sich Heinrich 1306 mit der böhmischen Königstochter Anna verheiratete und damit Erbansprüche auf den seit 1306 vakanten böhmischen Königsthron geltend machen konnte. Bei seinem ersten Versuch, König von Böhmen zu werden, scheiterte Heinrich an Albrecht I., der Böhmen als heimgefallenes Reichslehen seinem Sohn Rudolf III. übertrug. Dieser starb jedoch bereits 1307, und nun konnte sich Heinrich mit Unterstützung des böhmischen Adels gegen die Habsburger durchsetzen. Nachdem er einen Rückeroberungsversuch Albrechts gerade noch hatte abwenden können, kam ihm das Schicksal zu Hilfe: 1308 wurde König
Albrecht I. von seinem Neffen Johann Parricida an der Aare in der Schweiz ermordet. Sein Tod unterbrach jäh den Versuch eines der fähigsten Herrscherpersönlichkeiten der Zeit, das deutsche Königtum aus seiner Krise zu führen.
1309 wurde die Leiche Albrechts von Kaiser Heinrich VII. nach Speyer überführt und im Grab der Kaiserin Beatrix, der Gemahlin Kaiser Friedrichs I. Barbarossa, bestattet.


Julia Hörmann


Literatur: Fritz Gasser, König Heinrich von Böhmen. Versuch einer Charakteristik seines Wirkens und seiner Persönlichkeit (Innsbruck 1950), 28-64. – Jakob Baumann, Die Öffnung der Kaisergräber im Dom zu Speyer (9. Aufl. 1954), 17. – Ferdinand Seibt, Die Zeit der Luxemburger und der hussitischen Revolution. Die böhmischen Länder in der europäischen Republik 1306 bis 1346. In Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder 1 (Stuttgart 1967), 356ff. – Die Zeit der frühen Habsburger. Dome und Klöster 1279-1379. Niederösterreichische Landesausstellung in Wiener Neustadt vom 12. Mai bis 28. Oktober 1979. Redigiert von Floridus Röhrig und Gottfried Stangler. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N. F. 85. Wien: Amt der Niederösterr. Landesregierung, Abt. 3/2, Kulturabt. 1979, Kat. Nr. 106. – Karl-Friedrich Krieger, Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf II. bis Friedrich III. (Stuttgart/Köln/Berlin 1994), 75-109.