Notizbuch eines Tiroler Notars

Notizbuch eines Tiroler Notars

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 3.5, S. 120.

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Leihgeber: Tiroler Landesarchiv (Innsbruck, Tirol), Handschrift 120
Notizbuch eines Tiroler Notars

© Foto-Atelier Erhard, Fulpmes


[ca. 1340]
Handschrift, Papier, 20 Blatt, 20,9 x 14,9 cm


(C.H.)

Dieses sehr verschiedene und bemerkenswerte Eintragungen beinhaltende Bändchen stammt aus der Görzer Kanzlei und ist um 1340 entstanden. Als Verfasser gilt ein gewisser Friedrich, Sohn des Konrads von Innichen, der nach seiner Ausbildung in Wien in das Stift Innichen eintrat und schließlich als Notar des Grafen Albert von Görz wirkte. Der Ausdruck Notizbuch charakterisiert dieses Heftchen in treffender Weise, verzeichnete doch Friedrich darin alles, was ihm von Interesse erschien. So finden wir neben persönlichen Briefen (beispielsweise bittet Friedrich seinen Vater um Geldzuwendungen zur Fortsetzung seines Studiums) u. a. Entwürfe für ein Notarssignet, lateinische Rätsel, eine Anleitung zum Aderlassen sowie zahlreiche Urkunden des Stiftes Innichen und der Grafen von Görz.
Die oft flüchtigen, manchmal fehlerhaften und von mehreren Händen (Friedrich verfügte über Hilfsschreiber) geschriebenen Eintragungen sind einerseits aufschlußreiche Quellen für die Verhältnisse im Pustertal im 14. Jahrhundert, andererseits enthalten sie kultur- und literaturgeschichtlich interessante Hinweise sowie damals sonst spärlich fließende Angaben persönlicher Natur.


Christoph Haidacher


Literatur: Schillmann, Fritz: Das Notizbuch eines Tiroler Notars aus dem 14. Jahrhundert, in: MIÖG 31 (1910), 392-420.