Der Tiroler Adler am Kapellenportal von St. Zenoberg

Der Tiroler Adler am Kapellenportal von St. Zenoberg

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 3.3, S. 120.

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Leihgeber: St. Zenoberg Meran (Südtirol)
Der Tiroler Adler am Kapellenportal von St. Zenoberg

© Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck


1288/1309
Sandstein Kopie

Das Original des Reliefs befindet sich auf einem der Kragsteine des Kapellenportales von St. Zenoberg bei Meran, der bevorzugten Residenz des Tiroler Landesfürsten Heinrichs von Kärnten-Tirol und zeitweise auch seiner Tochter Margarethe. Diese, abgesehen von den Siegeln und Adlergroschen, früheste Darstellung des Tiroler Adlers, besitzt bereits die Flügelspangen, die erstmals auf den meinhardinischen Adlergroschen auftauchen.
K. Moeser datiert die Entstehung des Kapellenportales nach einer Ablaßurkunde von 1288 und einer Weiheurkunde von 1309 in die Zeit zwischen 1288 und 1309. Er hebt die symbolische Funktion des Adlers von St. Zenoberg als Vergegenwärtigung der Landesherrschaft hervor. Diese Deutung würde zu der Darstellung eines stilisierten Lindenbaumes am zweiten, gegenüberliegenden Kragstein des Kapellenportales passen, der die hohe Gerichtsbarkeit bzw. die aus ihr hervorgegangene Landeshoheit symbolisieren könnte.


Julia Hörmann


Literatur: Moeser, Karl: Zwei Kapitel aus der Entwicklungsgeschichte des Tiroler Adlers, in: Veröffentlichungen des Museums Ferdinandeum 8 (1928), 461-477. – Trapp, Oswald unter Mitarbeit von Magdalena Hörmann-Weingartner: Tiroler Burgenbuch 2: Burggrafenamt (Bozen/Innsbruck/Wien 1973 und ³1980), 125. – Hye, Franz-Heinz: Das Tiroler Landeswappen. Entwicklungsgeschichte eines Hoheitszeichens (Schriftenreihe des Südtiroler Kulturinstituts 13, ²1985), 28.