Schwertriemengarnitur

Schwertriemengarnitur

In: Hunnen und Awaren. Reitervölker aus dem Osten. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung im Schloß Halbturn vom 26. April bis 31. Oktober 1996. Begleitbuch und Katalog. Redigiert von Falko Daim. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung XXII/1, Kultur und Wissenschaft 1996. 488. 8°. Objekt-Nr.: 5.500, S. 432.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Národní muzeum (Prag, Tschechische Republik), H 1 55.087 -55.090
Schwertriemengarnitur

© Národní muzeum v Praze, Prag


Mitte 9. Jahrhundert
Silber, gegossen und vergoldet. Länge 100, 76, 62 und 58 mm. Kolín, Mittelböhmen.

Die gezeigten drei Beschläge und eine Schnalle gehören zu den bemerkenswertesten Bestandteilen der Ausstattung des Koliner "Fürstengrabes", das außerdem noch Waffen, Sporen, Glasgefäße, Schmucksachen und einen vergoldeten Silberkelch enthielt. Ein Teil des Inventars ist großmährischen Ursprungs, der zweite hervorragende Produkte des karolingischen Kunsthandwerks. Vermutlich gelangten sie in der Mitte des 9. Jahrhunderts nach Böhmen. Die Verzierung der Beschläge erlaubt eine genauere Datierung des Grabfundes, weil ihre Elemente mit den Miniaturen der Illuminatoren aus dem Umkreis des Drogo, Bischof von Metz zwischen 825 und 855 Übereinstimmungen zeigen.


Michal Lutovský


Literatur: Josef Ladislav PIČ, Starožitnosti země České III.1 (Praha 1909), Taf. XVIII-XX. – Alois RIEGL, Heinrich E. ZIMMERMANN, Die spätrömische Kunstindustrie nach den Funden in Österreich - Ungarn. II. Teil. Kunstgewerbe des frühen Mittelalters (Wien 1923), 63-67, Taf. XXVII. – Josef SCHRÁNIL, Několik přispěvků k poznáni kulturních proudů v zemích českých v X. a XI. ve$ku Obzor praehistorický IV (Praha 1925), 161-170.