Attilas Tod

Attilas Tod

In: Hunnen und Awaren. Reitervölker aus dem Osten. Katalog der Burgenländischen Landesausstellung im Schloß Halbturn vom 26. April bis 31. Oktober 1996. Begleitbuch und Katalog. Redigiert von Falko Daim. – Eisenstadt: Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung XXII/1, Kultur und Wissenschaft 1996. 488. 8°. Objekt-Nr.: 4.345, S. 180.

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Leihgeber: Magyar Nemzeti Múzeum (Budapest, Ungarn), 5689
Attilas Tod

© Magyar Nemzeti Múzeum, Budapest


19. Jahrhundert
Karoly Lotz (1833-1904), Joszef Marastoni (1834-1895), Lithographie
510 x 638 mm

Dem Bericht Prikus' zufolge hat Attila kurz vor seinem Tod ein hübsches Mädchen namens Ildico zu seiner Frau gemacht - obgleich er - wie bei den Hunnen üblich - bereits zahlreiche Frauen besaß. Nachdem er das Hochzeitsfest exzessiv gefeiert hatte, überwältigte ihn Wein und Schlaf. Im Bett erlitt er dann einen Blutsturz, an dem er letztlich erstickte. Wir sehen Ildiko weinend an der Seite ihres halbnackt am Bette liegenden Gemahls. Aus Ildico - Hilde sollte in der germanischen Interpretation des Hunnenmythos dann Kriemhilde und aus der Klage um Attila die Klage um die toten Burgunden werden. Spätere Traditionen, die sich wiederum auf scheinbare Priskus-Abschriften beriefen, berichten von einer Ermordung Attilas durch einen Leibwächter des Hunnenkönigs und sahen in der Frau an Attilas Seite eine Eingeweihte des Attentats. In der westlichen Attila-Ikonographie konnte sich diese Version allerdings nie richtig behaupten.


Hannes Etzlstorfer