Das Neutor in Steyr

Das Neutor in Steyr

In: Land der Hämmer. Heimat Eisenwurzen. Region Phyrn-Eisenwurzen. Katalog der Oberösterreichischen Landesausstellung 1998. Redigiert von Julius Stieber. – Salzburg: Residenz-Verlag 1998. 616. 8°. Objekt-Nr.: 3.1.4.5, S. 579.

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Leihgeber: Privatbesitz
Das Neutor in Steyr

© Graphische Sammlung Albertina, Wien


Rudolf von Alt, 1865
Aquarell und Deckfarben (in der Frau auf der Brücke und der Wäsche am Geländer) über zarter Bleistiftvorzeichnung. Papier, 273 x 383 mm. Eigenhändige Aufschrift mit Pinsel in brauner Farbe rechts unten: "Stadt Steyr 16. August 1865" sowie links davon in etwas rötlicherem Braun: "G. Saas" (oder Saal?): Vermutlich ebenfalls eigenhändig (?).

Das unsignierte Blatt läßt sich mit einem Brief im Wiener Staatsarchiv (I. N. 128256) in Verbindung bringen, den Rudolf von Alt am 21. August 1865 aus Innsbruck an seine Frau Bertha und seine Kinder nach Wien richtete und in dem er den vorangegangenen Aufenthalt in Steyr erwähnt (freundliche Mitteilung von Fritz Koreny an Norbert Loidol). Die Jahre 1864/1865 bildeten in seinem Schaffen einen großen Höhepunkt, vor allem durch die in Italien entstandenen Aquarelle. Helle, Heiterkeit und ein beinahe südliches Flair bestimmen auch die Ansicht des sonnenbeschienenen Neutors in Steyr. Der erhalten gebliebene Bau wurde nach der großen Überschwemmungskatastrophe von 1572 von Baumeister Jakob Marconi errichtet. Er beherbergte zwei Jahrhunderte hindurch die deutsche Schule. Zur Zeit Alts befand sich hier die Gendarmerie-Kaserne. Er gibt nicht die breitere Flugseite mit der hölzernen Ennsbrücke wieder, sondern die zum Flußufer führende Südwestfront. Links sind Teile des Innerberger Stadels, die Margarethenkapelle mit ihrem gotischen Dachreiter und der damals noch barocke Turmhelm der Stadtpfarrkirche zu erkennen.


Lothar Schultes