Porträt der Familie des Mathäus Koller (1785-1855)

Porträt der Familie des Mathäus Koller (1785-1855)

In: Land der Hämmer. Heimat Eisenwurzen. Region Phyrn-Eisenwurzen. Katalog der Oberösterreichischen Landesausstellung 1998. Redigiert von Julius Stieber. – Salzburg: Residenz-Verlag 1998. 616. 8°. Objekt-Nr.: 2.1.8.2, S. 535.

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Leihgeber: Privatbesitz
Porträt der Familie des Mathäus Koller (1785-1855)

© Lang & Lang


Unbekannter Künstler. Nach der Vorlage eines 1845 entstandenen Gemäldes von Franz Xaver Bobleter (Feldkirch 1800-1869 Feldkirch), 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Öl/Leinwand. Höhe 117 cm, Breite 150 cm

Der als Porträt- und Historienmaler tätig gewordene Franz Xaver Bobleter erfuhr seine Ausbildung in den Jahren 1822 bis 1826 an der Akademie in Wien unter den Professoren Joseph Anton Rhomberg und Johann Zitterer. In den Jahren 1827 bis 1846 war er fortwährend in Linz und in verschiedenen Gegenden Oberösterreichs tätig. 1845 wurde er nach Windischgarsten gerufen, wo Porträts der Sensenschmiedfamilien Piesslinger und Koller entstanden. Bereits 1846 kehrte er in seine Heimatstadt Feldkirch zurück und verblieb dort bis zum Ende seines Lebens.
Ein namentlich nicht mehr bekannter Künstler hat diese Ausführung des Porträts der Familie des Mathäus Koller nach einem 1845 entstandenen Original des Franz Xaver Bobleter, das aus dem von ihm selbst angelegten Verzeichnis seiner Werke bekannt, gegenwärtig aber verschollen ist, geschaffen. Mathäus Koller kaufte 1809 das bereits im Jahr 1533 als Schmiede bezeugte Sensenwerk in Dambach im sogenannten Moserlinggraben am Kroissenbach. lm selben Jahr heiratete er Maria Theresia Friedl, "Bräuerstochter" aus Windischgarsten. Nach dem Tod seiner ersten Gemahlin verehelichte er sich im Jahr 1834 mit Zäzilia Wegscheider, einer ebenfalls aus Windischgarsten stammenden "Gastgeberstochter". Mit dieser Frau ließ er sich im Jahr 1845 porträtieren. Dargestellt sind auch fünf Kinder (von links nach rechts): Cäcilia, Karl, Franz, Theresia (aus erster Ehe) und Mathäus. Im Hintergrund hängt als Bild im Bild das Porträt der ersten Gattin. Dieses Familienporträt stellt auch ein hervorragendes Zeugnis für das Selbstverständnis der oft als "Schwarze Grafen" bezeichneten Sensenschmiedemeister dar. Franz Xaver Bobleter hat für das von ihm geschaffene Porträt der Familie Koller den Angaben in seinem Werkverzeichnis zufolge 800 Gulden erhalten.


Norbert Loidol


Literatur: U. HUMPELER (1965); S. 37 und Anhang, S. 20. – Geschichte der österreichischen Sensenwerke und deren Besitzer. Hg. von F. John, F. Schröckenfux (Linz/Aichern 1975), S. 247.