Die Statuetten der Familienheiligen des Hauses Habsburg: Heiliger Maximilian

Die Statuetten der Familienheiligen des Hauses Habsburg: Heiliger Maximilian

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 596 a, S. 161.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Hofkirche Innsbruck (Tirol)
Die Statuetten der Familienheiligen des Hauses Habsburg: Heiliger Maximilian

© Anton Demanega, Innsbruck


Jörg Kölderer – Leonhard Magt – Stefan Godl, 1514-1520
Bronze. Höhe 66,9 cm

Die Statuetten der Familienheiligen wurden unmittelbar nach Fertigstellung des Manuskripts von Jakob Mennel 1514 in Auftrag gegeben. Dabei lieferte der Hofmaler Jörg Kölderer die Entwürfe (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Codex Vind. 2857 und 4711, Kat. Nr. 608, 609) Stefan Godl von Nürnberg, der als Gießer von Handbüchsen 1508 nach Innsbruck berufen worden war, führte den Guß der 23 Statuetten 1514 bis 1520 aus. Die Modelle schuf der Bildhauer Leonhard Magt. Die sauberen, fehlerfreien und kaum nachgearbeiteten Güsse weisen Godl als einen erfahrenen Meister aus, dem nach 1518 auch die Vollendung der großen Figuren des Grabmales zufiel. Die Sachlichkeit und der Naturalismus Kölderers treten in diesen Figuren besonders hervor und beweisen den starken Einfluß, den der Zeichner hatte. Leonhard Magt als ausführender Schnitzer des Modells hielt sich als jüngerer Künstler im Thema, im Detail und in den Gesten streng an Kölderers Entwürfe, zeigt sich aber in der kräftigen, klaren und plastischen Formgebung, besonders bei jenen Statuetten, die nicht mit Attributen beladen sind, als beachtlicher Meister. Magt und Godl waren nach 1518 die Vollender der Reihe der großen Grabmalsfiguren.
Der heilige Maximilian ist als heiliger Krieger in voller Rüstung und Schaller und vornübergelegtem Mantel dargestellt, nach dem Vorbild eines einst im Schloß Thaur bei Hall in Tirol befindlichen Freskos. Die Klinge des Schwertes fehlt, das Postament ist für sich gegossen.


Erich Egg


Literatur: V. OBERHAMMER, Die Bronzestandbilder des Maximiliangrabmales in der Hofkirche zu Innsbruck (Innsbruck 1935), S. 321ff., 538ff.