Spottzepter Christi

Spottzepter Christi

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 584, S. 157.

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Leihgeber: Benediktinerpriorat Andechs (Deutschland)
Spottzepter Christi

© Bundesdenkmalamt, Wien (E. Mejchar)


Innsbruck (Benedikt Burkhart ?), um 1497/1500
Silber, getrieben und teilvergoldet. Höhe 87,5 cm, Fuß 29,9 x 21,3 cm. Fuß aus vergoldetem Kupfer (von anderer Hand)

Vierpassiger Fuß mit achteckig aufgesetztem kerzenartigen Reliquiarzepter, das von fünf Knäufen unterbrochen ist. Der oberste Knauf trägt seitlich angeschraubt je einen Wappenschild aus vergoldetem Silber mit Tiefschnittschmelz: das Klosterwappen von Andechs und das Königswappen Maximilians (mit roter Binde auf goldenem Grund!). Das vorausgehende Reliquiar hatte Erzherzog Sigmund von Österreich gestiftet, dessen Stiftung nach so kurzer Zeit wohl nur Maximilian verändern durfte. Maximilian hatte 1497 die Stiftung Sigmunds vermehrt, 1499 drei Mark Silber durch seinen Kämmerer Harber nach Andechs zum Schmuck der Reliquien übersandt und 1500 das Kloster selbst besucht. Maximilian war durch die Heirat seiner Schwester Kunigunde 1487 mit dem bayerischen Herzog Albrecht IV. mit dem Münchner Hof verschwägert.


Erich Egg


Literatur: P. M. SATTLER, Chronik von Andechs (Donauwörth 1877), S. 67, 223, 772, Nr. 3, 773. – G. v. BEZOLD, B. RIEHL, Die Kunstdenkmale des Königreiches Bayern, Bd. 1: Regierungsbezirk Oberbayern, I. Theil (München 1895), S. 843, 850, Nr. 2. – M. FRANKENBURGER, Die Alt-Münchner Goldschmiede und ihre Kunst (München 1912), A. 4. – J. BRAUN, Die Reliquiare des christlichen Kultes und ihre Entwicklung (Freiburg 1940), S. 450, Abb. 523. – B. KRAFT, Andechser Studien. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Bd. 73 (München 1937), S. 98, 108, 145; Bd. 74 (München 1940), S. 479f., 609. – E. EGG, Tiroler Reliquienstiftungen im Kloster Andechs. In: Tiroler Heimatblätter, 36. Jhg., Heft 1/3 (Innsbruck 1961), S. 1ff. – Katalog "Gold und Silber" (Innsbruck 1961), Nr. 34b. – Katalog "Der Schatz vom Heiligen Berg Andechs" (Andechs 1967), Nr. 31, Abb. 39.