Das Rosenkranzfest

Das Rosenkranzfest

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 564, S. 151.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Gemäldegalerie, 1900
Das Rosenkranzfest

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Kopie vom Ende des 16. Jahrhunderts nach
Albrecht Dürer (1506)
Öl auf Leinwand, 160 x 193 cm

Das ursprünglich von Albrecht Dürer für die Kirche der Deutschen S. Bartolomeo in Venedig gemalte Bild kam 1593/1603 durch Kaiser Rudolf II. nach Prag (heute in der Nationalgalerie in Prag). Dürer stellte mit diesem, während seines zweiten Italienaufenthaltes gemalten Bild sein Können vor den italienischen Künstlern unter Beweis. Maximilian stand 1506 kurz vor dem Italienzug (1508) auf dem Höhepunkt seines Ansehens. Darum zeigt Dürer ihn zur Linken der Madonna und Papst Julius II. zu ihrer Rechten. Die Idee des Heiligen Römischen Reiches als europäische Einheit, wie sie Maximilian propagierte, ist hier von Dürer bewußt in den Mittelpunkt gesetzt worden. Für das Bildnis des Kaisers verwendete Dürer eine in seinem Besitz befindliche Zeichnung Ambrogio de Predis (jetzt im Kupferstichkabinett Berlin; Lippmann, Dürerzeichnungen, Bd. I, Tf. 17). Der Künstler hat sich selbst im Hintergrund rechts mit einer Tafel mit der Inschrift: "Exegit quinquemestri spatio Albertus Dürer Germanus" dargestellt.
Da das Original in Prag infolge radikaler späterer Eingriffe zu zwei Dritteln verändert ist, hat die hier ausgestellte Kopie vom Ende des 16. oder vom Anfang des 17. Jahrhunderts großen dokumentarischen Wert.


Erich Egg


Literatur: Von der umfangreichen Literatur zu diesem Bild seien nur genannt: F. WINKLER, Albrecht Dürer (Berlin 1957), S. 192ff. – J. PEŠINA, Altdeutsche Meister (Hanau 1962), Nr. 22-30.