Flügelaltar

Flügelaltar

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 542, S. 146.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Hüttkapelle Pflach (Tirol)
Flügelaltar

© Bundesdenkmalamt, Wien (E. Mejchar)


Augsburg, um 1515/1520
Tempera auf Nadelholz, 147 x 101 cm (mit geschlossenen Flügeln), 126 x 76 cm (Mittelbild).

Mehrere starke Übermalungen, eine sicher im Zusammenhang mit der Fixierung des Altares und seiner Verbauung am Beginn des 18. Jahrhunderts. Übermalungen bis auf die beiden Engelsköpfe 1967/1968 entfernt (Bundesdenkmalamt, Wien).
Auf dem Mittelbild der Gnadenstuhl von Engelsköpfen umgeben, mit zwei, wohl am Ende des 16. Jahrhunderts oder am Anfang des 17. Jahrhunderts hinzugefügten größeren Engelsköpfen in den oberen Tafelecken. Innenseiten: links heiliger Ulrich; rechts heilige Afra. Außenseiten: links heiliger Georg; rechts heilige Lucia. Auf der Rückseite des Schreines eine Darstellung des Schmerzenmannes, im Grabe stehend mit den Marterwerkzeugen. Hinter dieser Tafel, auf der Rückseite des Gnadenstuhls, ein Entwurf für einen Schächer am Kreuz. Das Altärchen wurde von A. Stange dem Leonhard Beck zugeschrieben. Nach der Abdeckung ist diese Zuweisung fraglich. Das Patrozinium St. Ulrich und Afra weist nach Augsburg.
Die Schmelzhütte in Pflach, welche die Erze des Außerfern und des Revieres Imst zu Messing und Kupfer verarbeitete, wurde von Maximilian am 13. Dezember 1509 der Augsburger Handelsgesellschaft Höchstetter verliehen, die neben Jakob Fugger die wichtigste Darlehensfirma des Kaisers war. Die Kapelle zu den heiligen Ulrich und Afra wurde 1515 von den Höchstettern erbaut und den Augsburger Patronen geweiht.


Dr. G. Kugler


Literatur: A. STANGE, Neue Beiträge zu Leonhard Beck. In: Alte und moderne Kunst, 11. Jhg., Nr. 86 (Wien 1966), S. 15ff.