Jakob Mennel, Fürstliche Chronick, genannt Kayser Maximilians Geburtsspiegel

Jakob Mennel, Fürstliche Chronick, genannt Kayser Maximilians Geburtsspiegel

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 530, S. 143.

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Leihgeber: Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Cod. Vind. 3072*, 3075
Jakob Mennel, Fürstliche Chronick, genannt Kayser Maximilians Geburtsspiegel

© Österreichische Nationalbibliothek, Wien


1512-1517 verfaßt, künstlerischer Schmuck des "Mennel-Meisters"
1518
Papier, 30 x 21 cm; 6 Bände
Ausgestellt sind Band 1 und Band 4.

Dieser "Geburtsspiegel" ist das umfangreiche genealogische Hauptwerk Mennels. Den Auftrag dazu hatte ihm der Kaiser 1512 durch Stabius und Pfinzing geben lassen. Der erste Band (Codex 3072*) enthält die Vorrede, die Angabe der schriftlichen Quellen, der besuchten Klöster und Archive, schließlich Stammbaumbezeichnungen in drei nebeneinanderlaufenden Linien: "Linea Hebraeorum", das ist der alttestamentliche Stammbaum Christi und anschließend die Reihe der Päpste; "Linea Grecorum", das ist der bis auf Hector zurückgeführte Stammbaum, "Linea Latinorum", das ist der Stammbaum bis Aeneas.
Der zweite Band (Codex 3073) beschreibt die Generationenfolge von Chlodoveus bis Erzherzog Karl (später Karl V.) in der Hauptlinie, die beiden Bände 3 und 4 (Codex 3074-3075) enthalten die Seitenlinien und die verschwägerten Geschlechter.
Der 5. und 6. Band (Codex 3076-3077) enthält den Katalog der Heiligen und Seligen unter den Ahnen und Verwandten des Kaisers: Legenden der 47 Seligen in genealogischer Form, und Legenden der 123 Heiligen nach ihrer Reihenfolge im Kalender. Diese zwei Bände bilden eine jüngere Redaktion derselben Arbeit Mennels in den hier gezeigten Codices 3077* bis 3077**, die schon 1514 vollendet war. Während der Arbeit am "Geburtsspiegel" entschloß sich Mennel, dieses Werk über die Heiligen und Seligen, das er zunächst als Vorarbeit für die "Heiligen aus der Sipp-, Mag- und Schwägerschaft" geschaffen hatte, in etwas veränderter Form in das große Werk einzugliedern.
Als Schreiber des ganzen Werkes nennt sich der "Prior Carthusiae Friburgensis" (Georg Reysch). Mennel hat vielfach Korrekturen an den Rand geschrieben.


Erich Egg


Literatur: S. LASCHITZER, Die Genealogie des Kaisers Maximilian I. In: JAK, Bd. 7 (Wien 1888), S. 11-14. – A. LHOTSKY, Dr. Jacob Mennel. In: Alemannia (Bregenz 1936), S. 6ff. – Katalog "Maximilian I." (Wien 1959), Nr. 183-188.