VIOLA DA BRACCIO

VIOLA DA BRACCIO

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 423, S. 111.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Sammlung alter Musikinstrumente, 65
VIOLA DA BRACCIO

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Italienisch um 1500.
Aus dem Schloß Catajo
Vier Saiten, Korpus Ahorn, Decke Fichte
Höhe 66 cm, Korpushöhe 40,5 cm, Korpusbreite 22,3 cm, Zargenhöhe 4,4-4,6 cm, Saitenlänge 35 cm

Eines der ältesten erhaltenen Streichinstrumente, dessen Korpusform mit einfachem ovalem Gesamtumriß, mäßig eingezogenen Mittelbügeln und leichter Auswärtswendung der Ecken am Unterbügel, wie C-förmigen Schallöffnungen, die gegen Ende des 15. Jahrhunderts sich standardisierende neue Bauweise der Bratschenfamilie veranschaulicht. Mit der gleichzeitig in Italien aufkommenden Lira da braccio hat das Instrument den konkav geschnitzten Zargenkranz und das Fehlen von Ober- und Unterklotz und des Baßbalkens gemeinsam. Der Saitenhalter ist an einer kannelierten Konsole im Stil der Frührenaissance befestigt. Hals und Wirbelkasten sind spätere Ergänzungen.


Erich Egg


Literatur: Schlosser Nr. 70 – Georg KINSKY, Geschichte der Musik in Bildern (Leipzig 1929), S. 146. – Anthony BAINES, European and American Musical Instruments (London 1966), S. 7.