Hängeleuchter aus Hirschgeweihen

Hängeleuchter aus Hirschgeweihen

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 290, S. 73.

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Leihgeber: Katholische Pfarrkirche Wildpoldsried (Allgäu)
Hängeleuchter aus Hirschgeweihen

© Lala Aufsberg, Sonthofen


Hängeleuchter aus Hirschgeweihen mit Doppelbüste Kaiser Maximilians I. und König Karls von Spanien, des späteren Kaisers Karl V.
Jörg Lederer, um 1516/1519
Lindenholz, Höhe 38 cm, vollrund.

Montiert an die Stangen eines Zwölfenders, an denen sechs Lichthalter angebracht sind. Oberteil der Büste angestückt. Absplitterungen an den Haaren. Unter dem Bildnis Karls die Aufschrift: "Renofiert 1856." Alte, übergangene Fassung, Unterteil der Büste mit barocken Ranken bemalt.
Auf Grund der Wappen (vorne einköpfiger Adler mit Herzschild, hinten viergeteilter Schild: links oben Österreich, unten Burgund, rechts oben Kastilien und Leon, unten Sizilien und Jerusalem) zwischen 1516, als Karl König von Spanien wurde, und 1519, dem Todesjahr Maximilians, entstanden. Möglicherweise gab das Ableben des Kaisers und die Erwählung Karls zum deutschen König den Anlaß zu der Entstehung der singulären Doppelbüste.
Wahrscheinlich aus einer der nahe gelegenen Burgen Wolkenberg oder Wageck stammend; letztere war damals im Besitz des Hans Gaspar von Laubenberg, der in enger Beziehung zu Kaiser Maximilian stand. Allerdings wäre auch eine kirchliche Stiftung möglich.


Erich Egg


Literatur: F. L. BAUMANN, Geschichte des Allgäus, Bd. 3 (Kempten 1894), S. 149, 605. – K. REISER, Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäus, Bd. 1 (Kempten 1894), S. 420, Nr. 511. – A. SCHÄDLER, Der Kaiserleuchter zu Wildpoldsried. In: Das schöne Allgäu, Bd. 13 (Kempten 1950), S. 276ff. – M. PETZET, Stadt- und Landkreis Kempten, Bayerische Kunstdenkmale V (München 1960), S. 155. – A. WEITNAUER, Allgäuer Chronik (Kempten 1962), S. 196f. – H. DUSSLER, Jörg Lederer (Kempten 1963), S. 74f., Kat.-Nr. A 55, Abb. 107, Farbtf. VI.