Sogenanntes Jagdschwert Maximilians I.

Sogenanntes Jagdschwert Maximilians I.

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 286, S. 72.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Waffensammlung - Aus Ambras, D 11
Sogenanntes Jagdschwert Maximilians I.

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Hans Sumersperger, Hall in Tirol, 1496
Als königlicher Messerschmied Maximilians I. erwähnt 1492 bis 1498
Länge 106 cm; Klinge 85 cm

Messinggegossener Vogelkopfknauf mit ungedeuteter Inschrift. Griffkanten mit Rankenwerk aus gegossenem Silber besetzt, eingelegter Griff mit geschnittenen Perlmutterplättchen (heilige Katharina bzw. Barbara) zwischen dreieckigen Einlagen aus Holz und Bein. Gerade gedrehte Parierstange mit Löwenkopfenden. Spätere grobe Kupferniete an Stelle des ehemaligen Parierknebels. Facettiert geschliffene einschneidige Klinge, darauf in Goldschmelz auf blauem Grunde Madonna auf Mondsichel unter Baldachin, Inschrift "MARIA.HILLF.VN/.NS.AVS.NOTTG". dazwischen dünne Ranken bzw. heiliger Sebastian unter Baldachin, Inschrift "HILFF. SANNDT. / SEWASTTIANN", dazwischen dünne Ranken. Dabei gepreßte Lederscheide mit zwei ähnlich wie das Schwert eingelegten Messern und einem Pfriem (eingelegte Messingmarken).
Dem Typus nach ein "langes Messer", wie es in kürzerer Form von Bauern, in längerer Form als weniger feierliche Seitenwaffe statt des Schwertes von Adeligen getragen wurde. Teil einer Lieferung von etlichen Schwertern und Messern des Hans Sumersperger an Maximilian, die 1497 bezahlt wurden.
B. Thomas (1950/51, S. 182f.) regt nach Darlegung von Für und Wider die Bezeichnung "Ritterliches Prunkschwert Maximilians" an.
1881 aus der kaiserlichen Hofjagdkammer ("aus der Zeit Maximilians I.") in die Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums übertragen. Dort 1884 erstmals als Waffe des Kaisers bezeichnet. Boeheim erkannte die enge Verwandtschaft mit dem Lehensschwert (Weltliche Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums in der Alten Burg, Inv. Nr. XIV, Nr. 4).
1939 wurde in Wien eine Kopie des Jagdschwertes angefertigt. Ein Gegenstück befindet sich im Nationalmuseum Kopenhagen.


Erich Egg


Literatur: Inventar der Hofjagdkammer von 1868, Nr. 495. – W. BOEHEIM, Über einige Jagdwaffen und Jagdgeräte. In: JAK, Bd. 2 (Wien 1884), S. 141f. – W. BOEHEIM, Führer durch die Waffensammlung (Wien 1889), Jagdwaffen Nr. 18, S. 179. – W. BOEHEIM, Album hervorragender Gegenstände aus der Waffensammlung des Ah. K., Bd. 1 (Wien 1883), S. 22, Tf. 41, Abb. 4. – A. GROß, B. THOMAS, Die Waffensammlung in der neuen Burg (Wien 1936), Schausammlung I, Nr. 34. – I. G. MANN, B. THOMAS, Exhibition of Armour from Austria (Tower of London 1949), Nr. 52. – B. THOMAS, Die Prunkschwerter Kaiser Maximilians I. in Wien und Kopenhagen. In: Vaabenhistoriske Aarbøger, VI b-c (Kopenhagen 1950/1951) (dänisch und deutsch), S. 158ff., Fig. 3-7. – Katalog "Maximilian I." (Wien 1959), Nr. 517, Abb. 77.