Das Zusammentreffen Heinrichs VIII. mit Kaiser Maximilian I. 1513

Das Zusammentreffen Heinrichs VIII. mit Kaiser Maximilian I. 1513

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 200, S. 51.

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Leihgeber: Sammlung I. M. der Königin von England (Hampton Court, Großbritannien), 524
Das Zusammentreffen Heinrichs VIII. mit Kaiser Maximilian I. 1513

© A. C. Cooper, Ltd., London


Unbekannter Meister, nach 1513
Öl auf Holz, 99,1 x 205,7 cm

Die Komposition ist in drei Teile gegliedert. Im Vordergrund begrüßt Heinrich VIII. Maximilian I., beide sitzen geharnischt zu Pferd und sind als: IMPERATOR MAXIMlLIANs und HERICUS OCTAVUS REX-ANGLIAE- beschriftet. Ihr Gefolge ist hinter ihnen versammelt. Darüber sind Kaiser und König, immer noch zu Pferd, zwischen dem Fußvolk dargestellt, das bei den Zeltlagern neben vier Kanonen aufgereiht ist. Die Zelte und die Pferde der Souveräne sind mit dem königlichen Wappen und dem kaiserlichen Adler geschmückt. Weiter hinten findet das Treffen der vereinigten englischen und kaiserlichen Streitkräfte mit den Franzosen in der "Schlacht der Sporen" statt. Im Hintergrund die belagerten Städte Thérouanne und Thournai, TERVANE und TORNAY beschriftet.
Dieses und das Bild, "Die Schlacht der Sporen", haben Episoden aus dem Feldzug gegen die Franzosen zum Inhalt, der 1513 in Flandern stattfand. Die englische Vorhut hatte Thérouanne am 27. Juni eingeschlossen, am 1. August kam Heinrich VIII. mit dem Hauptteil des Heeres hinzu und am 12. August traf Maximilian I. im englischen Lager ein. Nach dem Erfolg in Guinegate kapitulierte Thérouanne und wurde von Heinrich VIII. dem Kaiser übergeben. Am 21. September ergab sich Tournai. Das "Zusammentreffen", vermutlich von einem Flamen, wurde möglicherweise für Heinrich VIII. als Erinnerung an seinen erfolgreichen Feldzug und seine Begegnung mit dem Kaiser gemalt. Die vor dem Feldlager der Alliierten so deutlich aufgereihten Kanonen sind vielleicht vier von den berühmten "Zwölf Aposteln", schwere englische Geschütze, die zu diesem Feldzug mitgenommen wurden.
Erste Erwähnung bereits im Inventar von St. Jame's House 1549/1550, in Whitehall 1613 vom Herzog von Sachsen-Weimar gesehen und beschrieben; später in Hampton Court, Somerset House und Kensington.


Erich Egg


Literatur: Waagen, Kunstschätze in Großbritannien, Bd. II (1854), S. 367. – G. BAKER, Hampton Court, S. 148f. – N. BEETS, 'Cornelis Anthonisz, I, Oud Holland, Bd. LVI (Amsterdam 1939), S. 160ff. – O. MILLAR, Tudor, Stuart and early Georgian Paintings in the Queen's Collection, Catalogue raisonne (1963), Nr. 22.