Votivbild des Stefan Praun

Votivbild des Stefan Praun

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 181, S. 48.

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Leihgeber: Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland), GM 196
Votivbild des Stefan Praun

© Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg


Werkstatt des Paul Lautensack in Bamberg, 1511
Tempera auf Holz, 84 x 52 cm

Ober dem erklärenden Text fliehen im unteren Teil vier Räuber auf ihren Pferden vor dem anbetenden Stifter, im Mittelfeld rufen drei Insassen eines Schiffes die Muttergottes um Hilfe an, die links oben über der Wolkendecke bei Ochs, Esel und dem garnhaspelnden Josef in ihrem Kindbett sitzt.
Das Bild wird einem Gesellen der Werkstatt Paul Lautensacks zugeschrieben, der am Altar in Gutenstetten (1511) mitgearbeitet hat und mit dem Maler der Predellenbilder in Pulkau (Niederösterreich) der Donauschule identisch ist. Der Stifter Stefan Praun (1478-1532) war Nürnberger Handelsherr, die Szene stellt die Errettung Prauns und seines Kaufmannsgutes vor einem Oberfall venezianischer Söldner am Gardasee dar. Der Warenverkehr zwischen Venedig und Oberdeutschland war während des venezianischen Krieges (1508-1516) nicht unterbrochen, aber mit großen Risiken verbunden.
Aus der Mendelschen Zwölfbrüderkapelle in Nürnberg stammend, 1738 restauriert.


Erich Egg


Literatur: Alexa v. AUFSESS, Die Altarwerkstatt des Paul Lautensack. In: Studien zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 336 (Baden-Baden 1963), S. 92. – Eberhard LUTZE, Eberhard WIEGAND, Die Gemälde des 13.-16. Jahrhunderts des Germanischen Nationalmuseums (Leipzig 1936), Nr. 196.