Zwei Flügeltafeln des Görzer Altars mit den Stiftern

Zwei Flügeltafeln des Görzer Altars mit den Stiftern

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 135, S. 38.

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Leihgeber: Schloss Bruck (Lienz, Südtirol), Leihgabe Lienzer Sparkassa, K 45
Zwei Flügeltafeln des Görzer Altars mit den Stiftern

© Alois Baptist, Lienz


Tirolisch-kärntnerischer Maler, nach 1500
Öltempera auf Holz, je 89 x 26,5 cm (ohne Rahmen)

Die Flügelinnenseiten zeigen links den Grafen Leonhard von Görz (gestorben 1500) mit einem das Wappen Görz haltenden Putto und rechts seine Gemahlin Paola Gonzaga (gestorben 1496) mit Tochter und Putto als Träger des Gonzagawappens. Auf den Flügelaußenseiten sind die Heiligen Andreas und Elisabeth von Thüringen dargestellt.
Die Flügel mit den Stifterbildnissen stammen wahrscheinlich vom "Görzer Altar" aus der dem heiligen Andreas geweihten Pfarrkirche von Lienz. Der Altar wurde vermutlich von König Maximilian zur Erinnerung an Graf Leonhard V. von Görz gestiftet. Dieser war der letzte Graf der görzischen Lande im Pustertal, in Oberkärnten und am Isonzo. Als er 1500 ohne Erben starb, nahm Maximilian auf Grund einer mündlichen Erbabmachung seine Lande in Besitz. Dabei wurden das heutige Osttirol mit der Residenzstadt Lienz zu Tirol, andere Landesteile zu Kärnten geschlagen, während das Land am Isonzo und die Stadt Görz als Einheit beisammen blieben und eine wesentliche Rolle im maximilianischen Krieg gegen Venedig (ab 1509) spielten.
Die Flügel sind heute mit einem nicht zugehörigen Mittelstück zu einem Altar zusammengestellt, der sich seit 1934 im Museum Schloß Bruck bei Lienz befindet.


F. Kollreider


Literatur: J. GRADT, Das Hochschloß Bruck bei Lienz. In: Mitteilungen der K.K. Centralcommission für Kunst und Denkmalpflege (Wien 1872). – J. WEINGARTNER, Neuaufgestellte Kunstdenkmäler in der Pfarrkirche zu Lienz. In: Mitteilungen der k.k. Zentralkommission für Denkmalpflege, 3. Folge, 11. Bd. (Wien 1912), S. 208f., Abb. 130-133.