Der Schweizerkrieg

Der Schweizerkrieg

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 120, S. 35.

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Der Schweizerkrieg

© Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck


Meister PPW von Köln
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Der Meister PPW war tätig um die Wende des 15. zum 16. Jahrhundert. 1499 im Schweizerkrieg auf Seiten der Eidgenossen, wahrscheinlich in Basel, zog er später über Straßburg nach Köln, wo sein Schaffen bis zirka 1515 zu verfolgen ist. Abhängigkeit des Stechers von Schongauer und dem Meister ES.
Folge von sechs Kupferstichen, von denen immer zwei zu einem Blatt vereinigt sind. Sie zeigen in starker Aufsicht ein landkartenartiges Bild des Kriegsschauplatzes der Gegend um den Bodensee bis nach Schwaben hinein mit vielen Einzelereignissen des für Maximilian unglücklichen Krieges von 1499.
Zeitgenössische Schilderung von Willibald Pirckheimer "Schweizer Krieg" (herausgegeben von Rück zusammen mit der Selbstbiographie Pirckheimers 1895).
Blatt 1, Östlicher Bodensee, 51,6 x 37,6 cm
Der Bodensee ist Hauptgegenstand dieses Blattes. Die wichtigsten geschilderten Ereignisse sind die Niederlage der Schwaben am Schwaderloch bei Konstanz (18. April 1499) rechts oben und die Schlacht auf der Malser Heide (Calva) links oben, während im Vordergrund bewaffnete Reiter vorbeiziehen.
Blatt 2, Westlicher Bodensee (Untersee), 51,8 x 39,8 cm; unten Mitte Monogramm P P W
Die Darstellung umfaßt den südwestlichen Zipfel des Bodensees, den sogenannten Untersee, und einen Teil des nordwestlichen Oberlinger Sees. Das Hauptereignis ist hier die Einnahme von Ermatingen durch die maximilianischen Truppen in der Mitte des oberen Teiles. Im Vordergrund setzt sich der Zug des vorhergehenden Blattes fort.
Blatt 3, Gebiet westlich des Bodensees, 51,8 x 38,2 cm
Zeigt im oberen Teil die Gegend um den Rhein im Westen des Bodensees, südlich bis Freiburg im Üchtland, nördlich bis Freiburg im Breisgau und im unteren die Donau bis zu ihrem Quellgebiet. Die Hauptereignisse dieser Darstellung bilden die Besetzung der dem Grafen Sulz gehörigen kleinen Stadt Thiengen durch die Truppen Maximilians unter Dietherich von Blumeneck als Hauptmann. Durch dessen
Verrat wird sie von den Schweizern genommen und niedergebrannt (Mitte des oberen Teiles). Außerdem ist am äußeren rechten Rand der Oberfall bei Schloß Dornach, wo Graf Fürstenberg am 22. Juli in seinem Lager an der Birs mit den Seinen getötet wurde, dargestellt.


Erich Egg


Literatur: J. D. PASSAVANT, Le Peintre-graveur, Bd. 11 (Leipzig 18619, S. 159f. – Max LEHRS, Geschichte und kritischer Katalog der deutschen, niederländischen und französischen Kupferstiche des XV. Jahrhunderts (Wien 1930), Textband S. 18. – "Maximilian I." Katalog (Wien 1959), Nr. 399-401. – "Die Kunst der Graphik, I: Das 15. Jahrhundert". Katalog (Wien 1963), Nr. 298-300. – Karte des Schwabenkriegs oder sogenannte Bodenseekarte des Meisters PPW, Faksimiledruck (Zürich 1968).