Schwert zu anderthalb Hand

Schwert zu anderthalb Hand

In: Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg. – Innsbruck: Verlagsanstalt Tyrolia 1969. 112. 8°. Objekt-Nr.: 98, S. 28.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Waffensammlung - Aus Ambras, A 170
Schwert zu anderthalb Hand

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Italienisch (Mailand?), um 1495

Der flachgedrückte Birnknauf, der Nodus des Griffes und die gerade Parierstange mit verdickten Enden aus vergoldetem Messing. An Knauf und Parierstange im Rahmen sitzende gravierte Blätter und Grotesken auf Strichgrund. Der kantige Griff wechselnd mit braunem Nußholz und Perlmutter eingelegt. Am Unterende ein Messingring mit Inschrift ".In./Dio/Amor". Breite, spitz zulaufende Stoßklinge mit hoher Mittelrippe. Im ersten Viertel der Klinge vergoldete Atzung auf Strichgrund: links der Rippe tanzende, musizierende, kämpfende Putten, rechts der Rippe Groteske mit Putten.
Dazu gepreßte Lederscheide mit Laubwerk und Zierbuchstaben, dabei die Hängeriemen. In der Art der Verwendung von gravierten Messingteilen und von Griffeinlagen den Schwertern Sumerspergers verwandt. Die Ätzung steht Ätzungen an Mailänder Harnischen äußerst nahe. Das außerordentlich schöne Schwert stammt wahrscheinlich aus der Rüstkammer Maximilians und könnte im Gefolge seiner Heirat mit Maria Blanca Sforza in seinen Besitz gelangt sein.


Erich Egg


Literatur: Wendelin BOEHEIM, Album hervorragender Gegenstände aus der Waffensammlung des Allerhöchsten Kaiserhauses, 2. Bd. (Wien 1898), Tf. 6, 4. – August GROSZ, Bruno THOMAS, Katalog der Waffensammlung in der Neuen Burg, Schausammlungen (= Führer durch die Kunsthistorischen Sammlungen 28, Wien 1936), S. 52, 12. – Maximilian I. Katalog (Wien 1959), Nr. 518.