Fanny von Arnstein

Fanny von Arnstein

In: Aufmüpfig & angepaßt. Frauenleben in Österreich. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung 1998 im Schloß Kirchstetten. Redigiert von Elisabeth Vavra. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 419. – Wien, Köln, Weimar: Böhlau 1998. 389. 4°. Objekt-Nr.: 19.1.1, S. 287.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 12.507
Fanny von Arnstein

© Historisches Museum der Stadt Wien


Georg Vinzent Kininger nach einem Gemälde von Guérin, 1804
Schabkunstblatt, Blatt: 46,5 x 37 cm

Am 29. November 1758 wurde Fanny als Tochter des jüdischen Bankiers Daniel Itzig in Berlin geboren. Im Haus ihres Vaters genoß sie zunächst eine umfassende Erziehung. Die Hochzeit mit dem Wiener Bankierssohn Nathan Adam Arnstein 1776 brachte sie nach Wien. Das selbstsichere Auftreten Fanny von Arnsteins, ihre Intelligenz und ihr scharfer Verstand machten sie bald zu einem Mittelpunkt des Wiener Lebens. Man lud sie nicht nur ein, sie lud ein, Wissenschaftler, Künstler und Adelige, und alle kamen, kamen in das Haus eines jüdischen Bankiers. Im Salon wurde über neue Bücher, Theaterstücke und Kunstwerke gesprochen, hier fanden musikalische Soireen statt. Zu ihren Gästen zählten Gentz und Metternich, Felix Mendelssohn und Radetzky, Rahel von Varnhagen, Dorothea Schlegel und Henriette Hertz. Ab mittags stand das Haus allen offen, auch ohne Einladung hatte man Zugang, wie ein zeitgenössischer Besucher schrieb. Zu Weihnachten 1814 stand im Hause Arnstein der erste Weihnachtsbaum, wie in den Polizeiberichten festgehalten wird. Einen letzten Höhepunkt erlebte der Salon in der Zeit des Wiener Kongresses. Die Tradition des Hauses wurde nach dem Tod Fanny von Arnsteins 1818 durch ihre Tochter Henriette Pereira-Arnstein fortgeführt.