Linsenflaschen aus Ton

Linsenflaschen aus Ton

In: Die Kelten in Mitteleuropa. Kunst, Kultur, Wirtschaft. Katalog der Salzburger Landesausstellung im Keltenmuseum Hallein, Österreich, vom 1. Mai bis 30. September 1980. Redigiert von Ludwig Pauli. – Salzburg: Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung Kultur 1980. 339. 8°. Objekt-Nr.: 263, S. 313.

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Leihgeber: Keltenmuseum Hallein (Salzburg)
Linsenflaschen aus Ton

© Keltenmuseum Hallein (Sbg.)


5.-3. Jahrhundert vor Chr.
Hallein-Dürrnberg, aus Gräbern (Salzburg, Österreich)

Die Linsenflasche stellt eine kennzeichnende Gefäßform des östlichen Frühlatènebereiches dar. Die Verbreitung ist auf das nördliche Österreich, die Oberpfalz, Südböhmen sowie Westungarn beschränkt. Als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Linsenflaschen sind späthallstattzeitliche Gefäßtypen mit hohem Kegelhals zu betrachten. In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts treten erstmals Flaschen mit linsenförmigem Körper und niedrigem Hals in Erscheinung, die als Vorformen der hochhalsigen Flaschen gelten dürfen. Im Laufe des 4. Jahrhunderts ist eine langsame, aber stetige Weiterentwicklung der Linsenflaschenform zu verfolgen. Die schönsten und ausgewogensten Stücke sind erst um 300 v. Chr. erzeugt worden, danach bricht die Herstellung dieses Gefäßtypes am Dürrnberg ab.
Die Einführung der Töpferscheibe hat die Ausbildung dieser Gefäßform erst ermöglicht. Die Linsenflaschen sind zweifellos durch Experimentieren mit der Töpferscheibe, durch Ausschöpfung aller Möglichkeiten dieses neuen Gerätes entstanden.


Fritz Moosleitner


Literatur: Der Dürrnberg bei Hallein. I. Katalog der Grabfunde aus der Hallstatt- und Latènezeit, Erster Teil (München 1972), Taf. 2. 5. 9. 19. 20. 34. 50. – Der Dürrnberg bei Hallein. II. Katalog der Grabfunde aus der Hallstatt- und Latènezeit, Zweiter Teil (München 1974), Taf. 121, 170. – Der Dürrnberg bei Hallein. III. Auswertung der Grabfunde (München 1978), S. 293ff.