Prunkschild aus Bronze

Prunkschild aus Bronze

In: Die Kelten in Mitteleuropa. Kunst, Kultur, Wirtschaft. Katalog der Salzburger Landesausstellung im Keltenmuseum Hallein, Österreich, vom 1. Mai bis 30. September 1980. Redigiert von Ludwig Pauli. – Salzburg: Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung Kultur 1980. 339. 8°. Objekt-Nr.: 189, S. 286.

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Leihgeber: British Museum (London, Großbritannien)
Prunkschild aus Bronze

© British Museum, London


1. Jahrhundert nach Chr.
Battersea b. London (Middlesex, Großbritannien)
Länge 84,5 cm

1857 gefunden in der Themse: eine der prunkvollsten Weihegaben an einen Gott im ganzen keltischen Bereich. Durch die Lagerung im Wasser blieb die Originalfarbe der Bronze erhalten, nur stellenweise leicht bräunlich patiniert.
Grundplatte aus vier Teilen zusammengesetzt, umgeben von einem rinnenförmigen Beschlag aus fünf Teilen. Die runden Zierfelder sind separat gearbeitet und aufgenietet. Gleichzeitig gefunden wurde ein durchbrochenes Bronzeobjekt, sehr wahrscheinlich der zugehörige Beschlag der Schildfessel, also des Haltegriffs unter dem Mittelbuckel, der nur Platz für eine ziemlich kleine Hand bietet.
Eine Untersuchung der roten Einlagen ergab, daß es sich weder um echtes Email noch um zugeschnittene Glasstücke handelt, sondern daß die einzelnen Zierscheiben in einem komplizierten Verfahren mit geschmolzenem Rohglas (wohl aus dem Mittelmeerraum) gefüllt und dann aufgenietet wurden.
Die gebändigt-schwungvollen Ornamente aus plastisch herausgetriebenen Rippen verkörpern eine Phase des spätkeltischen Stils, die auf dem Festland durch die römischen Eroberungen nicht mehr zur Entfaltung kam.


Ludwig Pauli


Literatur: Cyril FOX, Pattern and Purpose (Cardiff 1958), S. 27ff. – Jacques MOREAU, Die Welt der Kelten. Große Kulturen der Frühzeit (Stuttgart 1958), Farbtafel IV. – John Vincent Stanley MEGAW, Art of the European iron age. A study of the elusive image (Bath 1970), Nr. 253. – Paul-Marie DUVAL, Die Kelten. Universum der Kunst 25 (München 1978), S. 214f., Abb. 223 und 168, Farbabb. 172. – John BRAILSFORD, Early Celtic Masterpieces from Britain (London 1974), S. 25ff. mit zahlreichen Detailaufnahmen.