Ausstattung eines Frauengrabes

Ausstattung eines Frauengrabes

In: Die Kelten in Mitteleuropa. Kunst, Kultur, Wirtschaft. Katalog der Salzburger Landesausstellung im Keltenmuseum Hallein, Österreich, vom 1. Mai bis 30. September 1980. Redigiert von Ludwig Pauli. – Salzburg: Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung Kultur 1980. 339. 8°. Objekt-Nr.: 3, S. 199.

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Leihgeber: Keltenmuseum Hallein (Salzburg)
Ausstattung eines Frauengrabes

© Keltenmuseum Hallein (Sbg.)


470-410 vor Chr.
Hallein-Dürrnberg Grab 73 (Salzburg, Österreich)

Die reiche, 20-25 Jahre alte Frau orientierte sich in ihrem Schmuck stark nach Westen, und zwar nach den Vorbildern in der Stuttgarter Gegend. Ihr Haar trug sie zu einem langen Zopf geflochten, in den die Goldringelchen eingesteckt waren; auch der kleine Bernsteinring scheint mit eingeflochten gewesen zu sein. Eiserne Fibeln, aus mehreren Teilen zusammengesetzt, gehörten in dieser Zeit noch zu den Kostbarkeiten; die Goldblechauflage steigerte den Wert noch mehr.
Haarschmuck aus zehn Ringen, dünn getrieben aus Goldblech. Durchmesser bis 2,25 cm.
Kleiner Bernsteinring, in Längsrichtung durchbohrt. Durchmesser 2,4 cm.
Eisenfibel mit langer Spirale und angesetzten Zierdrähten, Bügel und Fuß mit Goldblechauflage; Koralleneinlage verloren. Länge 3,6 cm.
Zwei geschlossene Armbänder, dünn getrieben aus Goldblech. Weite 7,3 und 7,4 cm.
Eisenmesser mit verziertem Knochengriff; am Ende ein Ring zum Aufhängen in der Küche. Länge 39,3 cm.
Mittelbraune Tonschale mit abgesetztem Rand. Höhe um 6,8 cm; max. Durchmesser 17,7 cm.
Dunkelbraune Henkeltasse aus Ton. Höhe 7 cm; max. Durchmesser 8,6 cm.
Wegen des schlechten Erhaltungszustandes nicht ausgestellt: großes, schüsselförmiges Tongefäß.


Ludwig Pauli


Literatur: Der Dürrnberg bei Hallein. II. Katalog der Grabfunde aus der Hallstatt- und Latènezeit, Zweiter Teil (München 1974),S. 38f. mit Taf. 142, 1-5. 14-15; 143, 9.13; 193.