Chorschrankenanlage aus Balken, Pfeilern und Platten

Chorschrankenanlage aus Balken, Pfeilern und Platten

In: Die Bajuwaren. Von Severin bis Tassilo 488-788. Katalog der Gemeinsamen Landesausstellung des Freistaates Bayern und des Landes Salzburg in Rosenheim/Bayern und Mattsee/Salzburg vom 19. Mai bis 6. November 1988. Herausgegeben von Hermann Dannheimer und Heinz Dopsch. – Salzburg: Land Salzburg, Amt der Salzburger Landesregierung; München: Prähistorische Staatssammlungen 1988. 468. 8°. Objekt-Nr.: R. 181, S. 461.

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Leihgeber: Katholische Kirchenstiftung Ilmmünster; Bayerisches Nationalmuseum München (Deutschland); Prähistorische Staatssammlung München (Deutschland); Heimatmuseum Pfaffenhofen/Ilm
Chorschrankenanlage aus Balken, Pfeilern und Platten

© Prähistorische Staatssammlung, München


Ende 8. Jahrhundert; Sandstein, Höhe 0,99-1,02 m

Teilweise bei Baumaßnahmen im ausgehenden 19. Jahrhundert, teilweise bei Ausgrabungen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 1975 in der Pfarrkirche St. Arsatius von Ilmmünster, bzw. im Anschluß daran in der Prähistorischen Staatssammlung München gefunden. Von der Anlage sind 17 Teile in Originalfragmenten bzw. als Mörtelabdrücke erhalten. Sie sind überwiegend mit Kett-, Flechtwerk- und Schnurmustern, seltener mit Ranken- oder Korbbodenmustern im Flachrelief verziert. Zwischen die Ornamente eingestreut, teilweise in Medaillons gefaßt, sind christliche Symbole: Ankerkreuze, ein gleicharmiges Kreuz, Weintrauben und -blätter, dreiblättrige Pflanzen und Blüten bzw. Rosetten. Die meisten Stücke tragen Reste einer weißen Fassung, die den Werkstoff Marmor vortäuschen soll, und waren zumindest teilweise rot bemalt.
Die Schrankenanlage stand ursprünglich im Chor der karolingischen Klosterkirche von Ilmmünster, offenbar einer dreischiffigen Basilika, und wurde wohl erst im 13. Jahrhundert niedergelegt.


Hermann Dannheimer


Literatur: Hermann DANNHEIMER, Die Chorschranken von Ilmmünster Große Kunstführer (1988).