Das Rupertuskreuz aus Bischofshofen

Das Rupertuskreuz aus Bischofshofen

In: Die Bajuwaren. Von Severin bis Tassilo 488-788. Katalog der Gemeinsamen Landesausstellung des Freistaates Bayern und des Landes Salzburg in Rosenheim/Bayern und Mattsee/Salzburg vom 19. Mai bis 6. November 1988. Herausgegeben von Hermann Dannheimer und Heinz Dopsch. – Salzburg: Land Salzburg, Amt der Salzburger Landesregierung; München: Prähistorische Staatssammlungen 1988. 468. 8°. Objekt-Nr.: R. 100, S. 441.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Pfarrkirche Bischofshofen (Salzburg)
Das Rupertuskreuz aus Bischofshofen

© Oskar Anrather


Letztes Drittel 7./erste Hälfte 8. Jahrhundert, hergestellt in Northumbrien (England)

Prozessions- bzw. Vortragekreuz aus vergoldetem Kupferblech auf Holzkern, Höhe 158 cm, Breite 94 cm. Die Enden der gleichlangen Kreuzarme sind schaufelförmig verbreitert, am unteren Kreuzarm ein langrechteckiger Kreuzschaft. Auf den Seitenblechen last ausschließlich kompliziert konstruierte, fadenförmig dünne (insulare) Flechtbandmuster. Auf den Blechen der Schauseite 38 runde und spitzovale Fassungen, in denen nur noch in neun Fällen die Emaileinlage, zum Teil mit Binnenzeichnung ('laufender Hund') erhalten sind. Sie sind auf den Kreuzarmen und am Schaft einbezogen in ein achsensymmetrisch aufgebautes, klar erkennbar komponiertes Bildprogramm aus naturnaher Weinstock- und Pflanzenornamentik mit eingegliederten naturalistischen Tieren (Wasservögel und Vierfüßler) und Tierköpfen; auf dem quadratischen Mittelblech enden die Ranken in Tierköpfen in Aufsicht und Seitenansicht.


Volker Bierbrauer


Literatur: Volker BIERBRAUER, Das sogenannte Rupertuskreuz aus Bischofsholen, in: Virgil von Salzburg. Missionar und Gelehrter. Hrsg. von Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger (Salzburg 1985), S. 299ff.