Daniel Miller (?), Salzburger Stadtansicht für Abt Albert Keuslin

Daniel Miller (?), Salzburger Stadtansicht für Abt Albert Keuslin

In: Sankt Peter in Salzburg. Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum. Schätze europäischer Kunst und Kultur. Katalog der 3. Landesausstellung vom 15. Mai bis 26. Oktober 1982. Unter Mitarbeit von Valentin Kunnert. Redigiert von Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger. Sonderschau des Dommuseums zu Salzburg. 7. – Salzburg: Amt der Salzburger Landesregierung, Kulturabteilung 1982. 431S. 8°. Objekt-Nr.: 327a, S. 329.

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Daniel Miller (?), Salzburger Stadtansicht für Abt Albert Keuslin

© Oskar Anrather


1635? ÖI auf Leinen, je 91 x 407 cm, nicht rest.

Am 28. August 1635 zahlte der Abt "dem Meister Daniel Müller...zu einem Prospectif nach Petersbrunn". Es kann angenommen werden, daß diese beiden Stadtansichten, die offenkundig als Pendants gemalt wurden und sich seit altersher im Stiftsbesitz befinden, gemeint sind. Der Maler wählte als Standpunkte den Mönchsberg und den Kapuzinerberg. Er ist im Detail sehr genau. Aber auch die umgebende Landschaft ist aufgenommen, alle wichtigen Orte sind durch eine Legende beziffert und beschrieben. In bezug auf die Datierung ist zwar nicht zu leugnen, daß der Südtrakt der Alten Universität 1652 und die Domtüre 1655 vollendet wurden, doch darf andererseits darauf hingewiesen werden, daß es im Barock immer wieder zu Ansichten erst in Planung begriffener Gebäude gekommen ist und sowohl Domfassade wie auch Alte Universität bereits 1628 bzw. 1631 geplant worden waren. Abt Albert konnte als ehemaliger Rektor magnificus davon gewußt haben. Außerdem: es gibt im barocken Kloster keinen geeigneten Platz, wo diese zwei Ansichten richtig hängen, während das Schloß Petersbrunn mit seinem hohen Mittelsaal, dort wo außen die Büsten aufscheinen (siehe "Franz Xaver König, Schloß Petersbrunn") ein passender Ort wäre. Von dort aus, wo man sie in Wirklichkeit nicht sehen kann, wollte Abt Keuslin die Ansicht der geliebten Stadt nicht missen.
Ansicht Salzburgs vom Mönchsberg
Im Vordergrund die Alte Universität, gleichsam als Mitte der Stadt, am linken Bildrand Bürgerwehr mit Blasiuskirche, rechts die "Fürstenstadt" mit St. Peter (vor dem Neubau des Konventes) und relativ klein die Festung. Den Horizont bestimmen Kapuzinerberg und Gaisberg.


Adolf Hahnl

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Literatur: Franz FUHRMANN, Salzburg in alten Ansichten - Die Stadt (Salzburg 1970), S. 303f. – Adolf HAHNL, Die Aula Academica der Alma Mater Paridiana zu Salzburg, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige Bd. 83, H. 3-4, 746f.