Weihrelief an Amphiaraos

Weihrelief an Amphiaraos

In: Kunst des Heilens. Aus der Geschichte der Medizin und Pharmazie. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung in der Kartause Gaming vom 4. Mai bis 27. Oktober 1991. Wissenschaftliche Ausstellungsleitung von Manfred Skopec. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 276. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1991. XVI, 893. 4°. Objekt-Nr.: 3.50, S. 228.

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Leihgeber: Archäologisches Nationalmuseum (Athen, Griechenland), NM 3369
Weihrelief an Amphiaraos

© Institut für Geschichte der Medizin, Erlangen


Amphiareion Oropos (oder Athen), Ende 5. Jahrhundert vor Chr.
Pentelischer Marmor, Höhe: 52 cm, Breite: 54 cm, Antenrahmung mit Gebälk und apotropäischen Augen über dem Geison
Inschrift auf der Standleiste: "Archinos hat es (dieses Relief) dem Amphiaraos geweiht. "
Universität Erlangen, Abguß

Einzigartiges Weihrelief, das den Fortgang einer Heilung simultan in drei Szenen schildert: Archinos hat sich zum Heilschlaf niedergelegt; die Schlange leckt ihm die kranke rechte Schulter. Im Traum tritt der Heilgott Amphiaraos hinzu und führt – ruhig auf den "Asklepios"-Stab gestützt – eine Heilhandlung an der betroffenen Körperregion durch. Unklar bleibt, ob der Heilgott einen Skalpellschnitt setzt oder eine Salbe appliziert. Der gesunde Archinos hebt zum Beweis für seine Heilung die rechte Hand und deutet damit zugleich auf eine rechteckige Tafel, die im Hintergrund auf einem Sockel ruht. Damit zeigt er den Ort der Heilung, das Amphiareion an, aber auch die Pflicht eines jeden Genesenden, dem Heilgott ein Dankesvotiv – etwa in Form eines Pinax oder eines Reliefs – zu stiften.


Kurt Gschwantler


Literatur: Asklepios. Heilgott und Heilkult. Katalog der Ausstellung des Instituts für Geschichte der Medizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Erlangen 1990).