Wappen der Fürstenfamilie Khevenhüller-Metsch nach den Diplomen vom 20. XII. 1763 und 30. XII. 1763

Wappen der Fürstenfamilie Khevenhüller-Metsch nach den Diplomen vom 20. XII. 1763 und 30. XII. 1763

In: Familie. Ideal und Realität. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung 1993 im Barockschloß Riegersburg. Herausgegeben von Elisabeth Vavra. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 316. – Horn: Berger 1993. XXIII, 590. 4°. Objekt-Nr.: 16.2, S. 568.

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Leihgeber: Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Wien), Archiv Khevenhüller
Wappen der Fürstenfamilie Khevenhüller-Metsch nach den Diplomen vom 20. XII. 1763 und 30. XII. 1763

© Roland Stifter, Weppersdorf


Photographie nach "Urkunde über die Erhebung des Johann Joseph von Khevenhüller in den erblichen Reichsfürstenstand" .

Das Stammwappen der Khevenhüller ist ein in der Mitte quergeteilter Schild. Im oberen schwarzen Feld, eine gelbe oder goldene Eichel, auf deren Stengel beiderseits ein gelbes oder goldenes Eichenblatt zu erkennen ist.
Das untere – gelbe oder goldene Feld wird mit einem schwarzen Band, Fluß(?) oder einer Straße (?) belegt. Das heutige Aussehen des Wappens der Fürsten Khevenhüller-Metsch nach den Diplomen vom 20. und 30. XII. 1763 (= Erhebung in den Fürstenstand) ergibt sich aus dem alten Stammwappen der Khevenhüller, welches nach Erhebung der Khevenhüller in den Freiherrnstand 1566 und durch Beifügung der Wappen abgestorbener, angeheirateter und somit verwandter Geschlechter in weiterer Folge vermehrt wurde:
Der von einer goldenen Rokokobordüre eingerahmte Wappenschild der Fürsten Khevenhüller-Metsch wird von einem mit goldenen Fransen, Schnüren und Quasten versehenen aufgespannten, Hermelin gefütterten roten Fürstenmantel umgeben. Darüber ruht der rote Fürstenhut. Der eigentliche Wappenschild wird in 18 gleichgroße Felder geteilt. Die Fürsten Khevenhüller führen über dem gräflichen Wappen das fünffeldrige angeerbte Metsch'sche Wappen. Am 3. März 1752 erfolgte nach Heirat des Johann Joseph Graf Khevenhüller (mit Diplom von 1763 "Fürst") mit Karoline Maria Augustina Gräfin von Metsch die Namens- und Wappenvereinigung mit jenem des Grafen Johann Adolf von Metsch zu Khevenhüller-Metsch.
Die Erklärung der einzelnen Wappenfelder läßt mit aller Deutlichkeit die stattgefundene "Wappenvermehrung" – vor allem durch Verehelichung mit anderen Adelsgeschlechtern – im Laufe der Jahrhunderte einsichtig werden. (von links nach rechts):
1. Reihe (= Metsch, deren Stammwappen, Reichsfreiherrenstand, Reichsgrafen).
Bei der Wappenvermehrung durch jenes der Reichgrafen Metsch hat man den fürstlichen Schild gewählt, nur durch die oberste = erste Reihe vermehrt.
Feld 1: in silber ein blauer Sparren
Feld 2: in rot drei aus einer goldenen Krone hervortretende goldene Straußenfedern
Feld 3 & 4 zusammen gesehen: der Reichsadler
Feld 5 & 6: Figuren wie 1 & 2, nur in umgekehrter Reihenfolge
2. Reihe
Feld 7 & 18: auf schwarzem Grund je eine aus dem oberen zweier goldener Schrägströme wachsende goldene Eichel an einem zweiblättrigen goldenen Stiel (= sehr verändertes Stammwappen der Khevenhüller)
Feld 8 & 9 als auch Feld 16 & 17 Zusammen gesehen: gespalten – links, auf silbernem Grund fünf durchgehende schwarze Spitzen, rechts, schwarzer Grund (= Weisspriach)
Feld 10 & 11 zusammen gesehen, ebenso wie Feld 14 & 15: gespalten in einen silbernen und roten Grund, auf dem jeweils 2 offene Flügel zu erkennen sind (= Kellerberg)
3. Reihe
Feld 12 & 13: auf silbernem Grund ein gekrönter, goldbewehrter, mit goldenem Brustmond versehener schwarzer Adler (= Frankenberg)
Felder 9, 10, 15, 16: darauf liegt ein gespaltener Herzschild: links auf blauem Grund ein grüner Dreiberg, darauf eine linksgekehrte Eule mit goldener Krone, darauf drei Pfauenfedern (= Auffenstein), rechts: geteilt in schwarz und gold, die untere Hälfte 12fach "geschacht", jedes Schachfeld mit einer goldenen Kugel belegt (= Mannsdorf).


Ulrike Öttl


Literatur: Johann SIEBMACHER'S Wappenbuch, Oberösterreichischer Adel (Nürnberg 1885-1904). – Johann SIEBMACHER'S Wappenbuch, Die Fürsten des Heiligen Römischen Reiches. A-L (Nürnberg 1887). – Johann SIEBMACHER'S Wappenbuch, Die Wappen des böhmischen Adels, Reprografischer Nachdruck von Siebmacher's Wappenbuch Nürnberg, IV. Bd., 9. Abtlg. (1886), (Neustadt a. d. Aisch 1979).