Topfhelm mit Zimier

Topfhelm mit Zimier

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 312, S. 334.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Waffensammlung, B 74
Topfhelm mit Zimier

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Mitte des 14. Jahrhunderts
Der Helm aus vernieteten Eisenplatten, innen mit Lederresten des ehemaligen Helmfutters; das Zimier aus gepreßtem Leder, darüber Leinen und Kreidegrund. An Kalotte und Hörnern Malervergoldung, auf den Kämmen Versilberung und aufgemalte Bäumchenmuster; Minisierung (Rostschutz) des 18. Jahrhunderts 1936 entfernt. Die textile Helmdecke, einst unter dem Zimier eingeknüpft, fehlt. Dennoch einer der besterhaltenen Topfhelme. Gewicht des Helmes: 5,36 kg; Gewicht des Zimieres: 1,40 kg.

Einst als Funeralhelm über dem Grab der steirischen Familie von Prankh im ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stift Seckau bei Knittelfeld aufgehängt. 1878 nach Wien gelangt. Der nicht auf den Schultern aufsitzende Helm ist aus je zwei Front- und Nackenplatten sowie einer leicht gewölbten Scheitelplatte, alle ein bis zwei Millimeter dick, zusammengenietet. Vor der linken und der halben rechten Gesichtshälfte eine ca. 7 mm dicke Verstärkungsplatte über Filzunterlage. Das auf der Scheitelplatte durch vier Bindelöcher aufgebundene Zimier stellt zwei auf einer Kalotte aufwachsende Büffelhörner mit seitlich angesetzten Kämmen dar. Der Topfhelm ist gegen Ende des 12. Jahrhunderts aufgekommen, von ihm leitet sich der spätgotische Stechhelm, ein spezifizierter Turnierhelm, her. Ursprünglicher Besitzer des "Prankher-Helmes" wahrscheinlich Albert von Prankh, der 1353 einen fast identischen Helm samt Zimier im Siegel führt.


Peter Krenn


Literatur: Franz Graf von MERAN, Der Prankher-Helm aus Stift Seckau (Graz 1878). – Bruno THOMAS/Ortwin GAMBER, Katalog der Leibrüstkammer I (= Führer durch das Kunsthistorische Museum 13 (Waffensammlung), Wien 1976), S. 37f.