Türring mit Unterlagsplatte

Türring mit Unterlagsplatte

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 307, S. 328.

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Leihgeber: Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum (Graz, Steiermark), Kunstgewerbesammlung, 24193/94
Türring mit Unterlagsplatte

© Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum, Graz


Obersteirisch; Ende 15. Jahrhundert
Schmiedeeisen, teilweise verzinnt. Allfällige farbige Unterlage nicht mehr bekannt, von Ortwein aber schon ohne eine solche gezeichnet. Ring: Höhe: 18,5 cm; Breite: 17 cm; Platte: Höhe: 27 cm; Breite: 20 cm.

Laut Zeichnung von August Ortwein von 1894, im Joanneum, aus der Pfarrkirche zu Murau stammend, im Besitz des christlichen Kunstvereins der Diözese Seckau. Um 1935/40 aber vom Kunsthistorischen Institut der Universität Graz dem Joanneum übergeben. (Diese Zusammenhänge erst neuerdings wieder festgestellt, so daß nach den Verwirrungen 1945 der Ring mit einer andern, runden Platte ausgestellt und daher auch von Kastner so publiziert wurde.)
Hohler, rundlich-herzförmiger, hinten flacher Ring mit durchbrochenem Spitzenrand, Mittelband mit Drachenköpfchen, seitlich je drei eingeschnittene Fischblasenornamente. Zierplatte aus Astwerkgeflecht in leicht getriebenem Blechschnitt, dessen Flechteffekt durch die Meißellinien hergestellt ist. Obere rautenförmige Hälfte mit waag- und senkrechten Zweigen, die untere quadratische aus lockerem Geschlinge, das eine Rautenform enthält. Die Art entspricht, wenn auch etwas bescheidener und ohne Umrahmung, dem berühmten Türring zu Mondsee mit der originalen blauen Unterlage. In Steiermark finden sich nahe Verwandte z. B. in St. Leonhard bei Murau, in St. Georgen bei Rottenmann, etwas lappiger in St. Marein und endlich in vielen kleineren Zierplatten im Joanneum, wo auch Blattenden des zum Ring gehörigen übrigen Türbeschlages von Murau erhalten sind sowie ein Sakristeischrank aus Pürgg mit reichen Bändern, die an allen Enden solche verzinnte Blätter tragen. Die Literatur zeigt solche Beispiele aber in ganz Österreich und Süddeutschland und darüber hinaus.


Gertrud Smola


Literatur: Otfried KASTNER, Handgeschmiedet. Eisenkunst in Österreich aus der Zeit der Landnahme, Rmanik und Gotik (Linz 1967), Abb. 107. Ein Truhenschloß mit vier, kreisförmigen Schmuckplatten aus dem Joanneum Nr. 108; weitere Verwandte Nr. 106, 15, 17, 19, 20.