© Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum, Graz
Venezianisch; erstes Viertel des 15.Jahrhunderts (vor 1424)
Samtgewebe aus Seide mit Goldbroschierung; das größte Stück der Fragmente 134 cm lang, 63,5 cm breit; der Musterrapport mißt 17 x 15,5 cm. 1948 bei einer Untersuchung des Grabes des 1424 in Bruck an der Mur verstorbenen Herzogs entnommen und vom Stift Rein zusammen mit den Resten eines Schwertes und eines Gürtels dem Landesmuseum Joanneum als Leihgabe übergeben.
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Die Fragmente lassen den Schnitt des Gewandstückes nicht mehr rekonstruieren. Von dem Stoffmuster sind sonst keine Beispiele bekannt; aus der Gruppe vergleichbarer Seidensamte venezianischer Herkunft wurden in der Ausstellung "L 'antico tessuto d'arte Italiana", Rom 1937/38, mehrere gezeigt (vgl. z. B. Abb. 67 und XXIV). G. Smola vermutet in dem Hauptmotiv des Stoffes, der Schleife mit dem Knoten, eine symbolische Bedeutung, kommt das Motiv doch ähnlich öfter in der Bibel König Wenzels (Wien, Österreichische National-Bibliothek, Codex lat. 2759-64) vor, ebenso auch am Grabmal des Gian Galeazzo Visconti in der Certosa von Pavia, wo es als Kopfbinde, die der Genannte anscheinend als Auszeichnung zusammen mit der Herzogswürde von König Wenzel 1395 verliehen erhielt, zu deuten ist; allgemeiner spielt der Knoten in der weltlichen Symbolik des 14. und 15. Jahrhunderts eine Rolle.
Hermann Filitz
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