Halsdekoration der ritterlichen Gesellschaft vom Zopf

Halsdekoration der ritterlichen Gesellschaft vom Zopf

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 285, S. 313.

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Leihgeber: Steiermärkisches Landesarchiv (Graz, Steiermark), *241
Halsdekoration der ritterlichen Gesellschaft vom Zopf

© Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum, Graz


Österreich; Ende des 14. Jahrhunderts
Vergoldetes Silber. Länge: 34 cm; Breite: 20,5 cm. Aus dem Besitz des Grafen von Stubenberg.

In einer Zeit, in der eine Reihe von ritterlichen Gesellschaften und Orden gegründet wurde, die mitunter auch heute merkwürdig anmutende Namen und Symbole hatten, vielfach im Sinne romantischer Ritterideale, als dem "Traum vom Schönen Leben" (Huizinga), gründete Herzog Albrecht III. von Österreich um 1377 die Gesellschaft vom Zopf. Über den Anlaß der Gründung der ritterlichen Gesellschaft erfahren wir – den Tatsachen wohl kaum entsprechend – von Burckart von Ehingen, selbst Mitglied des Zopf- Ordens (berichtet von seinem Enkel Georg von Ehingen): "der hett ain ritterliche Geselschafft, das war ain zopff, hette uff ain zeit ain schöne fraw abgeschnitten und im den geben: also macht er der selbigen schönen frawen zuo eren ain ritterliche Geselschafft darausz". Die Halsdekoration, also die große Halskette mit dem Abzeichen der Gesellschaft, ist in diesem Falle ein fester, an einem Scharnier zu öffnender Reifen in der Form eines Zopfes. Sein Abschluß in Gestalt der frei fallenden Locken ist als Kapsel gebildet. Der Herzog ist sowohl im Rationale Durandi (Österreichische Nationalbibliothek, Codex 2765) auf folio 30v und 57r wie auch auf dem Glasfenster in St. Erhard in der Breitenau mit der Ordensdekoration dargestellt.


Hermann Filitz


Literatur: August ESSENWEIN, Der silberne Zopf der Stubenberg, in: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1881, S. 192ff. – Alphons LHOTSKY, Festschrift des Kunsthistorischen Museums, II. Teil, erste Hälfte (Wien 1941 bis 1945), S. 28, Anm. 52. – Ernst STENGRÄBER, Alter Schmuck (München 1956), S. 71. – Ausstellung "Goldschmiedekunst" (Graz 1961), Nr. 5. – Katalog der Ausstellung "Europäische Kunst um 1400", Kunsthistorisches Museum (Wien 1962), Nr. 497. – Ausstellung "Gotik in Österreich" (Krems a. d. Donau 1967), Nr. 225.