Stehender heiliger Bartholomäus

Stehender heiliger Bartholomäus

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 248c, S. 283.

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Leihgeber: Filialkirche St. Lorenzen (Katsch, Steiermark)
Stehender heiliger Bartholomäus

© Dr. Woisetschläger, Graz


Kärnten, Werkstatt von St. Veit; um 1510--1515
Lindenholz; gefaßt. Höhe: je 115 cm. Die nicht vollplastischen Figuren stammen aus dem Schrein eines verlorenen Flügelaltars. Vermutlich handelt es sich dabei um den ehemaligen Hochaltar von St. Lorenzen. Bei seiner Ersetzung durch einen barocken Altar sind die gotischen Figuren in den neuen architektonischen Aufbau übernommen worden.

Die Figuren sind gute Beispiele für die Plastik der St. Veiter Schnitzwerkstatt und zählen zu den seltenen Vertretern dieser Gruppe in der Steiermark. Für die stilistischen Voraussetzungen dieser Plastiken hat man auf Salzburger Skulpturen vom Ende des 15. Jahrhunderts hingewiesen.
Innerhalb der St. Veiter Werkstatt besteht die engste Verwandtschaft zu den Figuren der trauernden Maria und des heiligen Johannes im Landesmuseum für Kärnten in Klagenfurt. In ihrer geschlossenen, bildhaften Einheit stehen die Katscher Heiligen zeitlich zwischen den wesentlich skulpturaler konzipierten Figuren des Altars aus Tiffen (gegen 1510) und den in der Oberflächengestaltung kleinteiligeren und lebendigeren Figuren des Altars aus St. Veit (wohl erst nach 1515), beide ebenfalls im Landesmuseum für Kärnten.


Elisabeth Oberhaidacher–Herzig


Literatur: Karl GARZAROLLI-THURNLACKH, Mittelalterliche PLastik in der Steiermark (Graz 1941), S. 115. – Inge WOISETSCHLÄGER-MAYER, Die Kunstdenkmäler des Gerichtsbezirkes Murau (= Österreichische Kunsttopographie 31, Wien 1964), S. 58ff.