Heiliger Laurentius

Heiliger Laurentius

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 242, S. 276.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Pfarrhof St. Martin am Grimming (Steiermark)
Heiliger Laurentius

© Dr. Woisetschläger, Graz


Astl-Werkstatt; um 1515
Hochrelief, Lindenholz; Fassung vollständig entfernt, Attribut teilweise ergänzt. Maße: 104 x 85 cm. Ursprünglicher Aufstellungsort: Pfarrkirche von St. Martin am Grimming oder auch genannt St. Martin an der Salza.

Dieses Relief war sicherlich als Schreinrelief gedacht. Anlage und Größe sprechen für einen kleineren Altar in einer Wegkapelle. Von der bisherigen Forschung wurde dieses noch kaum mit Lienhart Astl in Zusammenhang gebracht. Es fügt sich jedoch gut in eine Gruppe von Werkstattarbeiten ein, zu der auch der heilige Georg von Rottenmann (siehe "Heiliger Georg") und der heilige Dionysius aus dem Stadtmuseum von Leoben (Tironiek) gehören. Vergleichbar sind vor allem die in Fläche gehende Körperauffassung und das derbe und breite Gesicht mit der starken, von der Nase zum Mund laufenden Falte. Als Werkstattarbeit zeigt dieses Relief außerordentliche Qualität. Ausgewogenes Spiel der Falten, gute Arbeit im Detail und eindrucksvolle Aussagekraft weisen diesen Meister als wichtiges Mitglied der Astl-Werkstatt im Ennstal aus. Dieser Mitarbeiter läßt sich auch im Gesprenge des Hallstätter Altares nachweisen, zum Beispiel beim heiligen Dionysius. Ein weiterer Beweis dieser Verwandtschaft sind auch die beiden vorhanghaltenden Engel, ein Motiv, das in dieser Form im Oeuvre Lienhart Astls immer wieder auftritt. Auch der Engel gehört zum Typenschatz dieser Werkstatt.


Eva Maria Tironiek

Gehe zu: Heiliger Georg


Literatur: Karl GARZAROLLI-THURNLACKH, Mittelalterliche Plastik in Steiermark (Graz 1941), S. 120. – Ekkart SAUSER, Der Hallstätter Marienaltar von Meister Astl (Hallstatt 1956), S. 69. – Eva Maria TIRONIEK, Studien zu Lienhart Astl (ungedr. Diss., Wien 1976), S. 62.