Missale Benedictinum

Missale Benedictinum

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 161, S. 188.

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Leihgeber: Universitätsbibliothek Graz (Steiermark), Codex 128
Missale Benedictinum

© Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum, Graz


Ein Kanonbild (Blatt 221v), drei Initialminiaturen, Blatt 8r, 129r, 222r (Gethsemane),
21 Deckfarbeninitialen.
Wien; um 1430.
Pergament, 345 Blatt, 35 x 25 cm. Textura, teilweise Musiknoten. Gelblicher Lederband, 15. Jahrhundert Auf dem Rücken die Inschrift : Missale elegans. Nach einem Vermerk auf Blatt 221 hat ein Priester Nikolaus von Zwittau die Handschrift im Jahre 1445 der Kirche Mariazell geschenkt, wobei bemerkt sei, daß er auch eine andere Handschrift (heute Graz, Universitätsbibliothek., Codex 243) im Jahre 1444 dorthin gestiftet hatte (vergleiche dazu P. Eichler, in: Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts, 42, Straßburg 1916, S. 10). Das Missale tauschte er 1450 gegen ein Graduale um und gab es dem Stift St. Lambrecht.

Neben dem qualitätsvollen, aber stark verstümmelten Missale Graz, Universitätsbibliothek, Codex 123, das im Jahre 1444 von Abt Heinrich Moyker für St. Lambrecht erworben wurde, ist auch diese Handschrift als zwar in der Steiermark erhaltenes und schon im Zeitalter der Gotik dorthin gelangtes, aber nicht ursprünglich für diesen Bereich bestimmtes Werk des Wiener Illuminators Michael anzusehen. Freilich stammen die nicht figürlichen Initialen ab Folio 2r (Beginn des Kalenders) von einer anderen Hand als die Miniaturen bzw. Initialminiaturen des Missales.


Kurt Holter


Literatur: Antont KERN, Die Handschriften der Universitätsbibliothek Graz, Bd. 1, I. (Verzeichnis der Handschriften im deutschen Reich II.) (Leipzig 1942), S. 69 (mit Lit.). – Kurt HOLTER, Die Wiener Buchmalerei (= Geschichte der bildenen Kunst in Wien II, Wien 1955), S. 224, Anm. 26. – Alfred STANGE, Deutsche Malerei der Gotik, Bd. XI (München/Berlin 1961), S. 37, Abb. 71. – Gerhard SCHMIDT, in: Gotik in Österreich (Krems 1967), S. 156 zu Nr. 90.