Antiphonarium Benedictinum, Bd. I

Antiphonarium Benedictinum, Bd. I

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 151, S. 184.

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Leihgeber: Universitätsbibliothek Graz (Steiermark), Codex 29
Antiphonarium Benedictinum, Bd. I

© Steiermärkisches Landesmuseum Joanneum, Graz


Fünf Initialminiaturen, zehn große, zum Teil fleuronnierte Initialen.
St. Lambrecht; um 1340 Pergament, 381 Blatt, 44 x 31 cm. Textura mit Notenschrift, mindestens teilweise dem Schreiber Friedrich Rosula zugeschrieben. Brauner Lederband, mit zum Teil vergoldeten Stempeln und Rollen. Aufdruck: J(ohannes) T(rattner) A(bbas) 1566. Alter Besitz von St. Lambrecht.

Das zweibändige Antiphonar, dessen zweiter Band, Graz, Universitätsbibliothek, Codex 30, weitaus reicher ausgestattet ist (er enthält über 30 interessante, vielfach figürliche Initialen), weist eine Vielfalt von Schmuckformen in den Initialen auf. Vermutlich mehrere Hände. Zum Teil verwendeten diese noch romanische Formen, zum Teil, besonders häufig in Codex 30, finden sich die gleichen Farben wie auf dem Kanonblatt Codex 395 (siehe "Missale Benedictinum ad usum monasterii S. Lamberti"). Ungewöhnlich sind die lebhaften Darstellungen, die vielleicht auf südwestdeutsche Anregungen zurückgehen könnten. Die beiden Bände haben auch musikgeschichtliche Beachtung gefunden.
Im ersten Band fällt die Darstellung der Verkündigung auf (Blatt 300r), die in den jüngst aufgefundenen Fresken in St. Lambrecht (U. Ocherbauer, in: Zeitschrift f. Kunst u. Denkmalpflege, 31, Wien 1977, S. 85ff.) eine gewisse Parallele findet. Doch bleibt die Zeichnung des Codex 29 ganz flächenhaft. Für das Skriptorium von St. Lambrecht ist das zweibändige Antiphonar in mehrfacher Hinsicht von Wichtigkeit.


Kurt Holter

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Literatur: Antont KERN, Die Handschriften der Universitätsbibliothek Graz, Bd. 1, I. (Verzeichnis der Handschriften im deutschen Reich II.) (Leipzig 1942), S. 11 (mit Lit.). – Maria MAIROLD, in: Codices Manuscripti I (Wien 1975), S. 66. – Rudolf FLOTZINGER, in: Musikgeschichte Österreichs (Graz 1977), S. 82, 90f.