Heiliger Johannes

Heiliger Johannes

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 131, S. 149.

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Leihgeber: Staatliche Graphische Sammlung (München, Deutschland), 28.387
Heiliger Johannes

© Staatliche Graphische Sammlung, München


Um 1420.
Feder, grau laviert, etwas Rot (an den Lippen). 161 x 70 mm. 1887 von der Bayerischen Staatsbibliothek der Graphischen Sammlung übergeben.

Diese Einzelfigur wirkt wie eine vorbereitende Studie zu einer "Kreuzigung Christi". Die zarte Konturierung und die Schattierung der hellen und dunklen Partien tragen zur plastischen Modellierung der Figur bei. Die Eleganz der Formen und der lyrisch-stimmungshafte Ausdruck lassen eine Stilverwandtschaft mit dem "Votivtafelmeister" erkennen; allgemein gesehen ist die Nähe zur steirischen Kunst nicht zu übersehen.
Erstmals von Bock als "österreichisch" publiziert. Baldass schrieb das Blatt dem "Meister der Votivtafel" zu und entdeckte eine stilistische Verwandtschaft mit dem "Meister von Laufen". Benesch hielt es immer für eher dem Wiener Kunstkreis zugehörig, und Oettinger ordnete es dem "Meister des Londoner Gnadenstuhls" zu.


Gottfried Biedermann


Literatur: Elfried BOCK, Die Zeichnungen alter Meister im Kupferstichkabinett zu Berlin (Berlin 1921), S. 90. – Ludwig BALDASS, Der Meister des Grazer Dombildes und seine kunstgeschichtliche Stellung, in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen 1930, S. 191f. – Otto BENESCH, Österreichische Handzeichnungen des 15. und 16. Jahrhunderts (Freiburg 1936), S. 34, Nr. 16. – Karl OETTINGER, Hans von Tübingen und seine Schule (Berlin 1938), S. 85f. – Otto BENESCH, Die Zeichnung, in: Europäische Kunst um 1400, Katalog der Ausstellung, S. 264, Nr. 274.