Der heilige Veit entsagt den Freuden der Welt

Der heilige Veit entsagt den Freuden der Welt

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 115, S. 133.

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Leihgeber: Österreichische Galerie Belvedere (Wien), 4951
Der heilige Veit entsagt den Freuden der Welt

© Österreichische Galerie Belvedere, Wien


Steirischer Nachfolger des Schottenmeisters; um 1470/1480
Öl auf Fichtenholz; kleine Retuschen; 86,5 x 90,5 cm. Bis 1935 Privatbesitz, Wien; dann im Kunsthistorischen Museum; seit 1953 in der Österreichischen Galerie.

Dieses Werk war Teil eines Flügelaltars, von dem sich weitere Fragmente in der Österreichische Galerie befinden.
Der westliche Einfluß (niederländisch-deutsch) scheint hier sehr deutlich zum Ausdruck zu kommen, nur ist nicht ganz klar, wie er vermittelt wurde. Zweifellos wird dabei die Schottenwerkstatt eine bedeutende Rolle gespielt haben. Der heilige Veit steht in der Bildmitte, dem Betrachter zugewandt, und vom weltlichen Leben Abschied nehmend, scheint aber nicht so recht zu wissen, ob er sich zur Engelschar oder zu den modisch gekleideten Frauen hinwenden soll. Das Geschehen spielt sich vor einem Kirchenportal ab. Die Räumlichkeit des Bildes wird hier schon mit perspektivischen Andeutungen erfaßt.
Benesch betonte die Abhängigkeit des Meisters vom "älteren Schottenmeister". Stange wies auf die Verwandtschaft mit dem jüngeren Meister der "Rottal-Tafel" hin. Baum wiederum ordnete die Tafel dem steirischen Kunstgeschehen ein.


Gottfried Biedermann


Literatur: Elfriede BAUM, Katalog des Museums mittelalterlicher österreichischer Kunst (Wien/München 1977), S. 93f.,159, Nr. 111 (dort die ältere Literatur).