Einzug Christi in Jerusalem

Einzug Christi in Jerusalem

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 102, S. 127.

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Leihgeber: Szépmüvészeti Museum (Budapest, Ungarn), 1631
Einzug Christi in Jerusalem

© Museum der bildenen Künste, Budapest


"Meister der Linzer Kreuzigung"; um 1430/1440
Tempera auf Holz; in gutem Zustand; 99 x 65,5 cm. Aus einer Privatsammlung.

Auch diese Tafel war Teil eines Altarretabels, dessen Mittelstück die "Linzer Kreuzigung" (Oberösterreichisches Landesmuseum) darstellte. Die Bewegung der Figuren und ihre das Bild fast sprengende Körperlichkeit bedeuten einen Fortschritt gegenüber den Werken des "Votivtafelmeisters". Die hochragenden Figuren finden sich ebenso in der genannten Kreuzigung. Die Beziehung der Figur zur Bildarchitektur resultiert aus einer konsequenten Weiterentwicklung trecentesker Ideen. Interessant erscheint ferner, daß die vorliegende Komposition fast ausschließlich von Vertikalen bestimmt wird (Figuren, Turmarchitektur) und nur wenige horizontale Linien dieses Gefüge durchbrechen.
Die Werke des "Meisters der Linzer Kreuzigung" wurden von Suida in die Literatur eingeführt. Benesch vereinigte alle Fragmente in Troppau, Wien, Budapest und Linz zu einem Altarretabel. Oettinger schrieb alle diese Darstellungen dem vom "Votivtafelmeister" abhängigen "Meister des Andreasaltars" zu. Stange trennte die Tafeln streng vom Oeuvre des "Votivtafelmeisters", während Pigler auf die Schülerbeziehung unseres Malers mit "Hans von Tübingen" ("Votivtafelmeister") hinwies. Baum trat für eine strenge Scheidung der beiden genannten Meister und der ihnen zugeschriebenen Werkgruppen ein.


Gottfried Biedermann


Literatur: Andor PIGLER, Katalog der Galerie alter Meister, Museum der bildenen Künste, 2 Bde. (Budapest 1967), S. 425f., Tafel 333 (dort die ältere Literatur). – János VÉGH, Deutsche und böhmische Tafelbilder des 15. Jahrhunderts (Budapest 1967), S. 7f. – Elfriede BAUM, Katalog des Museums mittelalterlicher österreichischer Kunst (Wien/München 1977), S. 61ff.