Pfarrkirche St. Georg, Pürgg

Pfarrkirche St. Georg, Pürgg

In: Gotik in der Steiermark. Katalog der Steirischen Landesausstellung im Stift St. Lambrecht vom 28. Mai bis 8. Oktober 1978. Veranstaltet vom Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung. Redigiert von Elisabeth Langer. – Graz: Kulturreferat der Steiermärkischen Landesregierung 1978. 344, 112. 8°. Objekt-Nr.: 43, S. 77.

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Leihgeber: Prügg (Steiermark)
Pfarrkirche St. Georg, Pürgg

© Dr. Woisetschläger, Graz

Die romanische, dreischiffige Basilika des 12. Jahrhunderts wurde im Laufe der Gotik mehrfach umgestaltet: Sie erhielt einen wuchtigen Turm mit ausgemalter Kapelle um 1300, einen Chor des 14. Jahrhunderts und wurde im 15. Jahrhundert eingewölbt. Dabei hat man um 1442 das nördliche Seitenschiff mit einer Empore unterteilt, auf deren Brüstung ein Altar aufgestellt wurde. Mensa und Emporenbrüstung bilden ein bemerkenswertes Arrangement: Die drei mittleren Felder, für den Altarunterbau leicht vorgezogen, zeigen zwischen dem österreichischen und steirischen Wappen den Kopf eines Klerikers, den ein Baldachin übergreift. Man möchte den porträtmäßig Dargestellten mit Cunradus Szeidler, Kanzler Friedrichs III., identifizieren, dessen Grabstein sich in der Kirche befindet, auf dem Szeidler als Rektor der Kirche von Pürgg bezeichnet ist. Szeidler, der aus dem Kreis von Kaiser Sigismund in den Stab Friedrichs III. übernommen wurde, nimmt mit diesem Werk Züge vorweg, die an die Wappenwand in Wiener Neustadt erinnern.


Renate Wagner-Rieger


Literatur: N. N., Die Pfarrkirche St. Georg zu Pürgg, in: Kirchenschmuck, 12, 1881, S. 121ff. – Fritz FAHRINGER, Chronik Pürgg, in: Blätter 23 (1949), S. 21ff. – Die Pfarrkirche zum hl. Georg in Pürgg und ihre Denkwürdigkeiten (Pürgg 1961).