Margarethe Maultasch

Margarethe Maultasch

In: Ostarrîchi - Österreich 996-1996. Menschen, Mythen, Meilensteine. Katalog der Österreichischen Länderausstellung in Neuhofen an der Ybbs und St. Pölten. Herausgegeben von Ernst Bruckmüller und Peter Urbanitsch. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 388. – Horn: Berger 1996. XXIV, 736. 4°. Objekt-Nr.: 6.1.11, S. 149.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Gemäldegalerie, 4395
Margarethe Maultasch

© Kunsthistorisches Museum, Wien


1. Hälfte 16. Jahrhundert
Öl auf Holz, 80 x 58 cm

Da Herzog und Graf Heinrich – der letzte überlebende Sohn von Meinhard II. von Görz-Tirol, seit 1286 auch Herzog von Kärnten, – 1335 söhnelos starb, fiel das Erbe seiner Tochter Margarete "Maultasch" zu. Es gelang ihr nicht, dieses ungeschmälert zu erhalten, Kärnten ging an ihre habsburgischen Verwandten verloren. Doch in Tirol konnten sie und ihr Mann, der Luxemburger Johann Heinrich von Böhmen, sich entgegen den Absichten von Kaiser Ludwig dem Bayern halten. Die Ehe verlief nicht erfolgreich; Margarethe jagte ihren Mann davon. Ohne die päpstliche Dispens abzuwarten, heiratete Margarethe den bayrischen Markgrafen Ludwig von Brandenburg, den Sohn des Kaisers. Das päpstliche Interdikt war die Folge, jegliche kirchliche Handlung war verboten. In politischen Dingen scheint Margarethe die Regierungsgeschäfte fast ausschließlich ihrem Mann überlassen zu haben. Dieser starb 1361, zwei Jahre später auch ihr Sohn Meinhard III. Wieder wurde Margarethe zum Spielball unterschiedlichster Interessen. Ihr habsburgischer Verwandter Rudolf IV. war am schnellsten: Schon wenige Tage nach dem Tod des jungen Landesfürsten war Rudolf bei Margarethe. Sie überließ ihm und seinen Brüdern ihr gesamtes Erbe und zog sich nach Wien zurück, wo sie 1369 starb.


Peter Urbanitsch


Literatur: Wilhelm Baum, Margarete Maultasch. Erbin zwischen den Mächten (Graz-Wien-Köln 1994); Eines Fürsten Traum. Meinhard II. Das Werden Tirols, Ausstellungskatalog Schloß Tirol-Stams (Tirol-lnnsbruck 1995) Kat. Nr. 5.17.