Der Augsburger Goldschmied Martin Marquard (?)

Der Augsburger Goldschmied Martin Marquard (?)

In: Adel im Wandel. Politik, Kultur, Konfession 1500-1700. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung auf der Rosenburg vom 12. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Herbert Knittler, Gottfried Stangler und Renate Zedinger. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 251. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1990. 612.4°. Illustr. Objekt-Nr.: 20.02, S. 469.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Gemäldegalerie, 1043
Der Augsburger Goldschmied Martin Marquard (?)

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Augsburgisch, 3. Viertel 16. Jahrhundert
Lärchenholz, 79 x 74,5 cm, oben etwa 5 cm beschnitten.

Rechts oben eine (später aufgesetzte?) verballhornte Inschrift in zwei Hexametern: AESTATES QVATVOR, TRIA BIS QVOCR SVPERSTES / HOS MARCKARDVS EGO IVLTVS, HAG ORA FEREBAM.
Der rotbärtige Silberschmied hält eine prunkvolle Henkelkanne im Spätrenaissancestil in beiden Händen. Der Name "Marquardus" des 34jährigen Mannes, der in offenbar etwas späterer, nicht vom Künstler selbst herrührender Inschrift unschön neben dem Kopf steht, weist auf Augsburg. Dem Stil nach gehört das kaum vor 1560 entstandene Bild mit seiner weichen verriebenen Malweise in die Gefolgschaft des Porträtmalers Christoph Amberger.
Das Porträt des Goldschmiedes steht stellvertretend für eine Vielzahl von süddeutschen Künstlern, deren hochwertige Arbeiten auch in unserem Raum besonders geschätzt waren.




Literatur: L. Baldass, Studien zur Augsburger Porträtmalerei des 16. Jahrhunderts, Pantheon IX (München 1932).