Hans Wilhelm Freiherr von Roggendorf 1589

Hans Wilhelm Freiherr von Roggendorf 1589

In: Adel im Wandel. Politik, Kultur, Konfession 1500-1700. Katalog der Niederösterreichischen Landesausstellung auf der Rosenburg vom 12. Mai bis 28. Oktober 1990. Redigiert von Herbert Knittler, Gottfried Stangler und Renate Zedinger. Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums. N.F. 251. – Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Kulturabteilung 1990. 612.4°. Illustr. Objekt-Nr.: 8.05, S. 210.

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Leihgeber: Niederösterreichisches Landesmuseum (Wien), 3025
Hans Wilhelm Freiherr von Roggendorf 1589

© Niederösterreichische Landesbildstelle, Wien


1589.
Öl auf Leinwand, 105 x 93 cm.
Links oben: HANNS WILHALM FREYHERR ZV ROGENDORFF VUND MOLLNBVRG AVF SITZENDORF OBERSTER ERBLANDT HOFFMEISTER ROM KHAY MTT RATH VND LANNDTMARSCHALCH IN OSTERREICH VNTER DER ENNS SEINES ALTERS LVlll IAR M D LXXXVllll. Rechts oben Wappen.

Hans Wilhelm von Roggendorf (4.7.1531-13.9.1590) war als Landmarschall der niederösterreichischen Stände der Sprecher der evangelischen Partei im Landhaus und gegenüber dem Hofe. In seiner persönlichen Stellung zählte er zu den strengen Lutheranern, deren Position er auch bei den Visitationshandlungen 1580 zu fördern suchte. Obwohl er aus einer sehr vermögenden Familie stammte, die 1521 fast den Aufstieg in die Reichsfreiheit geschafft hätte, gehörte er als Gutsbesitzer und Schloßherr von Sitzendorf nicht zu den vermögenden Edelleuten. Seine beiden Ehen waren zwar mit Kindern reich gesegnet, doch überlebte ihn deren keines.
Mit ihm ging nicht nur dieser Zweig der Familie zu Ende, sondern auch die Zeit der protestantischen Dominanz in der Landesverwaltung. Sein Nachfolger als Landmarschall war ein neu ins Land gekommener und eben erst in den Herrenstand aufgenommener Katholik.




Literatur: G. Reingrabner, Adel und Reformation (Forsch. z. Landeskunde v. NÖ 21, Wien 1976), 32ff.; Renaissance in Österreich, 72, Nr. 159.